Dienstag, 15. Mai 2007

Verantwortliches Handeln versus Egoismus

Eine traurige Erkenntnis, die ich eben gemacht habe ist, dass ich in den Bereichen am nachhaltigsten handle, in welchen ich von klein auf dazu erzogen wurde. An sonsten werde ich am ehesten zu nachhaltigem Verhalten oder das nachdenken darüber verleitet, wenn ich negative oder abschreckende Beispiele im Alltag erlebe, die mich nachdenklich machen. So habe ich vor drei Tagen einen Jungen beobachtet, der eine Getränkedose auf den Boden geworfen hat. Ich selbst habe gelernt, dass „man das einfach nicht macht“ und bin dementsprechend auch immer sehr entsetzt, wenn ich so etwas sehe. Da ich im Zug sass, als ich das beobachtet habe, konnte ich nicht direkt reagieren. Hätte ich die Situation aber miterlebt, hätte ich noch vor einigen Wochen vermutlich in einer solchen Situation nichts gesagt. Abgesehen von einem entrüsteten Blick, hätte ich nicht reagiert. Dadurch, dass wir aber seit Semesterbeginn das Thema nachhaltige Entwicklung behandeln, wurde ich dazu angehalten über solche Begebenheiten nachzudenken und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. So würde ich heute die Dose aufheben, sie in den Abfall werfen und zum Jungen sagen: „Macht du das zu hause auch?“ Ob dies etwas bewirken könnte, weiss ich nicht. Wichtig ist aber, ihn darauf hinzuweisen, dass seine Umwelt solches Verhalten verurteilt.

Zurück zum nachhaltigen Handeln. Mittlerweile gibt es einige Verhaltensweisen für die ich mich selbst loben kann. Dazu gehört zum Beispiel, dass ich sehr genau darauf achte, woher die Lebensmittel stammen, die ich kaufe, oder dass ich sehr oft in Geschäften einkaufe, denen der Schutz der Umwelt und die angemessene Entlöhnung der Arbeitskräfte am Herzen liegen. Andererseits tue ich auch viele Dinge, die ganz und gar egoistisch sind. So kaufe ich aus Kostengründen meine Kleidung oft bei H&M, obwohl ich genau weiss, dass die Arbeiter in den Kleiderfabriken in Taiwan oder China zu einem Hungerlohn arbeiten und vielleicht sogar Kinder dafür schuften mussten, damit ich ein T-Shirt für 9 Franken 95 bekommen konnte. So ist die Welt und der Mensch mit seinem Gewissen manchmal sehr widersprüchlich!!!

4 Kommentare:

Martina hat gesagt…

Auch ich habe festgestellt, dass ich am meisten bei Dingen nachhaltig handle, die ich von klein auf zu Hause gelernt habe. Ich denke auch, dass wir durch das Thema Nachhaltigkeit nun besonders auf solche Situationen sensibilisiert sind. Du hast einen spannenden Blogeintrag geschrieben.

Anonym hat gesagt…

Hallo Katharina

Wieder einmal sehr treffend wie du dein Thema formuliert hast!! Das mit der Erziehung ist mir gerade im Lager, welches wir zur Zeit durchführen auch aufgefallen. Die Unterschiede welche die Kinder von zu Hause her mitbringen sind riesig. Es gibt Kinder die Leben fast schon im Einklang mit der Natur und andere sind so wie der Junge, den du beschrieben hast, der seine Büchse einfach auf den Boden schmiss. Ich denke, dass wir mit einer Wissensvermittlung im Bereich nachhaltige Entwicklung und Abfall noch einiges im Kinde verändern können - denn Schelte nützt da oft wenig!

corina hat gesagt…

hey katharina, dein Text wiederspiegelt auch meine Gedanken. Unser Egoismus oder auch unsere Bequemlichkeit hält uns davon ab nachhaltig zu handeln. Mir geht es ähnlich, seit wir dieses Thema in der Schule behandeln, bin ich viel aufmerksamer und achte im Alltag auf die Nachhaltigkeit. So wie du nehme ich Szenen, wie dass gewisse Menschen den Abfall einfach wegwerfen, sofort wahr. Genau wie du ertappe ich mich dann aber auch, dass ich noch überhaupt nicht in allen Bereichen nachhaltig handle. Kaufe eben die Kleider auch im H&M, weil es billiger ist.

Anonym hat gesagt…

Hallo Katharina, ich kann dir nur zustimmen. Ich habe seit wir dieses Semester das Thema Nachhaltige Entwicklung behandeln auch angefangen, bewusster auf mein Handeln zu achten. Ich werfe zum Beispiel konsequent keinen einzigen Zigarettenstummel mehr auf den Boden. Solche Ereignisse, wie du sie beim Jungen erlebt hast, erschrecken mich auch total!!!