Diese Woche begleitete mich die Frage der Motivation nachhaltiger Handlungen im Alltag. Warum handle ich überhaupt nachhaltig? Wo setze ich meine Schwerpunkte?
Die Natur zu erhalten, ist meine grundlegendeste Motivation. Denn die Natur mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt hat für mich einen sehr hohen Stellenwert in meinem Leben. Die Natur zu bewahren, sie zu schützen und ihre Vielfalt zu erhalten, liegt mir sehr am Herzen. Die starke Prägung dieser Motivation kommt aus meinem Elternhaus und dieser Erziehung. Bei mir Zuhause nimmt das nachhaltige Handeln einen wichtigen Platz ein. Ich wohne in einem ökologischen Holzhaus. Das verwendete Holz stammt nur aus der Schweiz und überall gibt es ‚Holzzugläden’. So nennt man die Fensterläden bei einem Appenzellerbauernhaus, die auf der Sonnenseite hochgezogen und auf der Regenseite runtergelassen werden. Mit diesem System sparen wir viel Energie, denn in kalten Wintertagen bleiben die Läden geschlossen und die Wärme entweicht sehr schlecht. Unser Haus hat auch Sonnenkollektoren, zwei Holzöfen und einen Wintergarten. Hinzukommt ein grosser reichhaltigen Garten vor unserem Haus, der uns den Sommer hindurch ernährt. Wenn wir in der Winterzeit Gemüse kaufen, dann nur saisonale und regionale Produkte. Diese Werte und Haltungen haben mich sehr geprägt und daher achte ich auch darauf. Mir kommen keine marokkanischen Erdbeeren auf den Tisch und bei eingeflogenen Früchten wie Bananen, nur solche von Max Havellar (faire trade). Beim Einkauf halte ich mich strikte daran. Die Pracht der Natur zu erhalten und meine gewonnenen Erfahrungen, veranlasste mich in meiner Diplomarbeit ein nachhaltiges Gartenprojekt auszuarbeiten. Mir ist es wichtig, diese Werte und Haltungen weiterzugeben. So plante ich ein praxisorientiertes Gartenprojekt, bei dem mit den Kindern zusammen vor dem Schulhaus ein Garten angelegt wird, den die Kinder dann pflegen.
Nicht überall handle ich so nachhaltig und halte mich strikte daran. An was das wohl liegen mag? Diese Woche machte ich eine spannende Erfahrung, in einer eigentlich belanglosen Handlung. Ich war in Haslen, einem abgelegen Ort. Das Postauto fährt am Morgen nur um 8.00 und dann um 13.00 Uhr wieder. Ich hatte um 11.30 Uhr aber einen Termin in Steinegg. Wie komme ich nun dahin, kein Auto und kein Postauto? Also wählte ich noch die dritte Möglichkeit den Publi Car. Ich rief an und wollte reservieren, doch es gab kein freier Termin vor 12.30. So blieb mir nichts anderes übrig, als das Velo zu nehmen. So schlimm? Meine Velotour war schlussendlich wunderschön, alleine durch die Natur zu fahren, die Wiesen und der Alpstein zu betrachten. Ich wollte dies zu Beginn einfach nicht einsehen und eigentlich habe ich so nachhaltig gehandelt, da ich überhaupt keine Abgase produzierte und mich noch sportlich betätigte. Dies wiederspiegelte mir aber, dass wir Menschen schon sehr bequem sind und auf Luxus möglichst nicht verzichten möchten. Etwas zu benützen, das weniger Zeit und eigene Energie beansprucht, ist uns oftmals lieber. Den eigenen Egoismus, der den Luxus liebt, zu überwinden, ist nich immer einfach, aber wertvoll!
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