Montag, 18. Juni 2007
Herzlichen Dank für Ihr Engagement in den Posts und der heute präsentierten tollen SOL-Arbeit. Ich hoffe Sie nehmen Ihr Nachhaltigkeits-Engagement mit in Ihre Schulpraxis und versuchen immer wieder einen Weg zu finden, Ihre SchülerInnen zu nachhaltigem Denken und Handeln anzuregen und zu motivieren.
Alles Gute wünsche ich Ihnen zum Abschluss Ihres Studiums, freundliche Grüsse, Michael Zahner
Mittwoch, 13. Juni 2007
Alkohol ist eine Alltagsdroge, die in der Schweiz von vielen Menschen konsumiert und geschätzt wird, aber auch Ursache von Krankheiten, Unfällen und menschlichem Leid ist. Diese Zwiespältigkeit zwischen Genuss und Gefahr prägt den Umgang mit der Flüssigkeit Alkohol. Hierzulande trinken 80 Prozent der 15 bis 74-jährigen gelegentlich Alkohol, so gesehen steht die kulturelle Wertschätzung ausser Zweifel.
Der Umgang mit dem Genussmittel sollte jedoch gelernt sein. Allzu oft kommt es vor, dass sich Jugendliche nach der Schule an den Strassenrand stellen um sich salopp ausgedrückt „die Lampe zu füllen“. Schwere gesundheitsschädigende Folgen sind mehrfach das Resultat von einer Grenzüberschreitung des Giftes. Zeitungsartikel stimmen uns nachdenklich: Vier alkoholisierte Jugendliche warfen einen Mann aus dem 4. Stockwerk, dieser verletzte sich tödlich und verstarb noch an der Unfallstelle. Es sind nicht nur schwere Unfälle, welche uns betroffen machen: Gewalt, Konflikte, Alkohol am Steuer, Sachbeschädigung sowie Vandalismus gehören zur Tagesordnung der Polizeibeamten.
Trotzdem verfolgen nicht alle Menschen, welche Alkohol konsumieren, das Ziel sich voll laufen zu lassen. Ich selber geniesse auch gerne hie und da einmal ein gutes Glas Rotwein, einen Cocktail oder auch zwei. Das sind Dinge, welche zum Lebensstil dazu gehören können, der Genuss ist hierbei jedoch entscheidend. Bei der so genannten Volksdroge wäre eine solche Handhabe ausschlaggebend.
Doch ist es nicht zuletzt wieder der Kapitalismus, welcher unsere Jungen verführt? Gerade in den Werbespots beispielsweise wird Alkoholkonsum als Druckmittel erlebt. Hast du es, gehörst du dazu. Darstellungen verdeutlichen, dass es sich mit Alkohol einfach besser lebt – Mensch hat Freunde, kommt gut an beim anderen Geschlecht und verdient sich so manchen Tropfen beim ausgelassenen Sport treiben oder konsumieren.
Als zukünftige Lehrpersonen haben wir alle ein grosses Interesse diesem Thema mehr Achtung zu schenken. Unser Blog gibt Auskunft über Fragen wie Handlungsbedingungen, Bedürfnisse und mögliche Umsetzungsideen zum Problem Alkohol.
Analyse der Bedürfnisse und der Handlungsbedingungen,die zum Konsumverhalten führen
Bedürfnisse
- Alkoholgetränke wie Weine oder exotische Drinks sind geschmackvoll und eine Abwechslung zu Alltagsgetränken wie Mineral, Kaffee oder Milch.
- Die Möglichkeit, mit Alkohol Genusssituationen oder auch die Abgrenzung zum Berufsalltag zu unterstreichen.
- Es vermittelt das Gefühl der Zugehörigkeit zu Gruppen.
- Sorgen, die einem belasten, erhalten mit Alkoholkonsum eine ganz andere Perspektive und man erlebt dadurch eine Befreiung.
- Hemmungen, auf andere Menschen zu zu gehen, mit ihnen Kontakt aufzunehmen, werden genommen.
- Durch regional angebotene Alkoholgetränke, die man konsumiert, bekennt und identifiziert man sich mit der eigenen Herkunftsregion.
- Der Verkauf von Alkohol ermöglicht verschiedenen Anbietern, Geld zu verdienen.
Handlungsbedinungen
Finanzen- Die persönlichen finanziellen Verhältnisse erlauben einen gernzenlosen Konsum.
=> Jugendliche erhalten hohe monatliche Taschengeldbeträge und können sich so ihren Alkoholkonsum finanzieren.
Gesellschaft
- In der Gesellschaft wird der Konsum von Alkohol akzeptiert. Gegenüber anderen Suchtmitteln erlebt der Alkohol eine eher höhere Akzeptanz in unserer heutigen Gesellschaft.
- Das Verhalten Gesetze nicht zu beachten und jemanden anzustellen, um für sich Alkohol zu beschaffen, wird in der Gesellschaft toleriert.
- Das Mindestalter für den Konsum von Alkohol ist durch Gesetze geregelt, die aber nicht überall eingehalten werden (notwendige Identitätskontrollen fehlen oft oder man drückt ein Auge zu).
Angebot
- Alkoholgetränke können überall bezogen werden, da es flächenddeckend viele Anbieter gibt (Restaurant, Tankstellenshops, 24-Stunden Shops…).
- Die meisten Anbieter von Alkoholgetränken haben auch nach den Ladenschlusszeiten geöffnet. Ein Beispiel dafür sind die Apertos an den Bahnhöfen, die 24 Stunden lang geöffnet haben.
Wirtschaft
- Für viele Restaurant und Lebensmittelketten ist das Konsumgut Alkohol eine grosse Einnahmequelle.
Gesundheit
- Gesundheitsschäden aufgrund von übermässigem Alkoholkonsum treten erst in späteren Jahren auf und die dirketen Folgen wie Kopfschmerzen, dauern nur wenige Tage und werden von vielen mit Schmerzmitteln wie Aspirin bekämpft. So täuschen sich viele in der Ansicht, dass Alkohol nicht gesundheitsschädigend ist.
Fachliche Aufarbeitung zum Thema Alkoholkosum
Alkohol ist das gesetzlich legitimierte Rauschmittel unserer Gesellschaft, eine akzeptierte und legalisierte Droge, billig und leicht erhältlich.
Der Alkoholkonsum und seine Folgekosten:
Die Schweiz nimmt im internationalen Vergleich in Sachen Alkoholverbrauch immer noch einen der vorderen Ränge ein. Leider gibt es einen sehr alarmierenden Trend: Der Alkoholkonsum unter Jugendlichen und jungen Männern nimmt stetig zu. Ausserdem steigt auch der Prozentsatz jeder Schweizer und Schweizerinnen, die in gesundheitsschädigem Ausmass Alkohol zu sich nehmen. Junge Frauen greifen heute vermehrt zum Bier.
Laut Schätzungen sterben in der CH jährlich 2500-3500 Personen an den Folgen des Alkoholkonsums.
Die sozialen Kosten des Alkoholkonsums betragen in der Schweiz jährlich ca. 6,5 Mia Franken (Universtität Neuenburg 2003). Davon wird nur ein geringer Teil via Steuern auf Siprituosen von den Alkoholkonsumenten und –konsumentinnen selbst gedeckt. Die grössten Kosten werden von den Steuerzahler sowie von Kranken- und Unfallversicherungen gedeckt.
(aus: http://www.eav.admin.ch/themen/jugendschutz/00411/index.html?lang=de)
Früher wurde die Alkoholsteuer vor allem als staatliche Einkommensquelle betrachtet, heute ist sie vor allem von gesundheitspolitischer Bedeutung. Wissenschaftliche Studien beweisen, dass die Lenkung des Alkoholkonsums über den Preis eines der effektivsten Prävetionsmittel ist. (aus: http://www.eav.admin.ch/themen/jugendschutz/00412/index.html?lang=de)
Konsumerfahrungen und Trunkenheitserlebnisse der Jugendlichen
(vgl. Grafik: http://www.sfa-ispa.ch/DocUpload/graf_a10.pdf)
Die Befragung zum Gesundheitsverhalten von Schülerinnen und Schülern in der Schweiz zeigt , dass der Anteil der Jugendlichen, welche wöchentlich Alkohol konsumieren, welcher im Jahr 2002 massiv angestiegen war, in der aktuellen Befragung von 2006 wieder zurückgegangen ist: Im Jahre 2006 konsumierten 25,4% der 15-jährigen Jungen und 17,6% der Mädchen mindestens einmal pro Woche Alkohol. Dieser Anteil ist jedoch immer noch höher als 1998.
Welche Getränkeart konsumieren Jugendliche
(vgl. Grafik: http://www.sfa-ispa.ch/DocUpload/graf_a11.pdf)
Ein weiterer interessanter Aspekt:
(vgl. Statistik: http://www.blaueskreuz.ch/62.html)
Rauschtrinken – ein Risiko
Während sich der Gesamtalkoholkonsum reduziert hat, ist das Rauschtrinken in den letzten Jahren angestiegen. Das heisst, es wird weniger getrunken, aber diejenigen, die trinken, trinken viel mehr und viel zu viel! Regelmässiger und exzessiver Alkoholkonsum im Jugendalter kann die Entwicklung massiv stören, da psychische und organische Schäden bei Jugendlichen schneller als bei Erwachsenen eintreten. Exzessiver und/oder chronischer Alkoholkonsum kann für das Lernen und das Gedächtnis verantwortliche Gehirnregionen schädigen.
Informative Internetadressen:
www.eav.admin.ch
www.sfa-ispa.ch
www.blaueskreuz.ch
Mögliches Umsetzungskonzept zum Thema Alkohol
(In Anlehnung an die Präventionswerksatt Alkohol der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol und andere Drogenprobleme, Lausanne, für den Mittel- und Oberstufenunterricht)
Zielstufe: Mittelstufe
Lernziele:
- Bewusstsein für alkoholischen Getränke und deren Wirkung stärken
- Einen kritischen Umgang mit Genuss- und Suchtmitteln lernen und erleben
- Eine eigene Einstellung zu Alkohol bilden, diese vertreten und begründen
- Sich tägliche Problem- und Konfliktsituationen stellen
Mögliche Lektionsthemen
- „Alkoholische Getränke“: in unserer Mitwelt (Einkaufsläden und zu Hause) nach alkoholischen Getränken suchen und diese nach Alkoholprozenten und „Trinkanlässen“ sortieren.
- „Auf Spurensuche“: sich Gedanken machen, aus welchen Gründen und in welchen Situationen Alkohol konsumiert wird, eigene Erfahrungen im jeweiligen Umfeld reflektieren und notieren
- „Das Trinkverhalten von…“: mehrere Personen zu ihrem Trinkverhalten interviewen und in der Kleingruppe über die Antworten der befragten Personen sprechen
- „Wirkung“: sich mit der stimmungsverändernden und sozialen (Gruppeneingliederung) Wirkung auseinander setzen
- „Es geht auch ohne“: Alternativen zum Coolsein, Lustigsein, Offensein, Mutigsein und Selbstbewusstsein ohne Alkoholkonsum diskutieren
- „Drinks mixen“: in der Klasse werden geschmackvolle, attraktiv aussehende alkoholfreie Drinks gemixt.
- „Dabei sein“: durch Rollenspiele erfahren, wie der Alkoholkonsum den Freundeskreis beeinflusst: erfahren, wie wichtig es ist dazu zu gehören, was es heisst, sich anders zu verhalten
Materialien:
- Einkaufsladensortiment, Hausbar, Ordnungstabellen
- Gewohnheitstabelle zum Ausfüllen (Wann, wo, wie viel)
- Fragebogen Trinkverhalten
- Satzanfänge, die es zu beenden gilt
- Rollenspielanleitung und Auswertungsbogen für das Rollenspiel
- Internetseite vom Blauen Kreuz, Rezepte alkoholfreier Drinks: http://www.bluecocktailbar.ch/de/home/24toprezepte.pdf
- Internetseite: http://www.foodnews.ch/cooking/30_drinks/index.html
Hier finden sich 30 alkoholfreie Drinks
Überprüfung des Umsetzungskonzeptes anhand von sechs Qualitätsmerkmalen
Fokus Kind
Lebensnähe:
Jedes Kind erlebt den Konsum von Alkohol, indem es die Eltern und Bekannten beim Trinken beobachtet. Auch in Restaurants und an Anlässen nehmen Kinder Alkoholkonsum wahr. Wenn sie sich dafür interessieren, wird ihnen meist gesagt: „Das ist nichts für dich. Alkohol trinken nur Erwachsene.“ Ein klarer Grund weshalb wird dabei oft nicht genannt, was dieses Getränk umso spannender macht. Mit dieser Lektionsreihe soll den Kindern vermittelt werden, was Alkohol ist, warum er konsumiert wird und wo die Gefahren liegen. Mit den Kindern wird darüber nachgedacht, wie ein vernünftiger und verantwortungsvoller Umgang mit dem Genuss- und Suchtmittel aussehen könnte.
Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung:
Der Gegenwartsbezug ist gegeben, weil die Kinder Alkoholkonsum als ein Bestandteil ihrer Umwelt wahrnehmen. Die einen mehr, die anderen weniger. Mit zunehmendem Alter wird dann das Thema immer interessanter werden und die Kinder werden ihre ersten Erfahrungen mit alkoholischen Getränken machen. Damit sie sich den Gefahren dann bewusst sind, ist frühzeitige Prävention notwendig und sinnvoll.
Fokus Sache
Multiperspektivität:
Bei der Diskussion dieses Themas gibt es keine richtigen und falschen Lösungen. Das Sachwissen beschränkt sich auf die Zusammensetzung von Alkohol und dessen Herstellung. Wichtiger als dieses Wissen ist für Mittelstufenschüler die Diskussion über den Reiz und den verantwortungsvollen Umgang mit alkoholischen Getränken. Die Lektionsthemen sind so gewählt, dass die Kinder den Blick zuerst auf die unmittelbare Situation richten (wo und was wird verkauft). Dann wird angeschaut, was die Beweggründe für den Konsum sind und welche Wirkungen die Kinder schon beobachten konnten. Zum Schluss wird behandelt, wie Alternativen zum Konsum von Alkohol aussehen könnten. So werden unterschiedliche Aspekte des Themas angesprochen und diskutiert.
Wert- und Sinnorientierung:
Die Kinder sollen innerhalb dieser Lektionen erfahren, dass es keine Patentlösung im Umgang mit Genuss- und Suchtmitteln gibt. Wichtig ist, dass sie später ihren Konsum auf die dahinterstehenden Beweggründe untersuchen können. Liegt der Konsum in einem gesunden Rahmen? Welche Beweggründe stehen dahinter?. Wichtig scheint uns, dass die Kinder erfahren, was positive und negative Beweggründe sein könnten und was der Sinn und das Ziel des Konsums ist.
Fokus Lernen
Exemplarizität:
Das Thema Alkohol kann als exemplarisches Beispiel für einen verantwortungsvollen Umgang mit Genuss- und Suchtmitteln angesehen werden. Da Alkohol das verbreitetste und von der Gesellschaft am stärksten akzeptierte Suchtmittel ist, eignet es sich um in der Schule behandelt zu werden. Alle Kinder sind gezwungen ihre persönliche Meinung darüber zu entwickeln und einen angemessenen Umgang zu finden. Im Gegensatz zu illegalen Suchtmitteln ist bei Alkohol eine unbeschränkte Zugänglichkeit gegeben. Oft sogar schon für Jugendliche, die das Mindestalter noch nicht erreicht haben.
Handlungsorientierung:
Die Lektionsreihe ist handlungsorientiert aufgebaut. Die Kinder untersuchen in einer Aufgabe beispielsweise die alkoholischen Getränke von Einkaufsläden und deren Sortimente. Die Sinn- und Wertefragen werden dann in Gruppen oder im Klassenverband diskutiert. Die Kinder sollen die Möglichkeit haben Beobachtungen und Erfahrungen einzubringen. Mit Rollenspiele werden dann unterschiedliche Verhaltensweisen erprobt. Durch das Mixen von alkoholfreien Drinks werden den Kindern Alternativen aufgezeigt. Dies bereitet viel Spass, hat einen sozialen Aspekt und bedeutet handlungsorientiertes Lernen. Beim gemeinsamen Geniessen der Drinks entsteht ausserdem Raum für Gespräche und Diskussionen.
Sonntag, 3. Juni 2007
Fragen zur "Bring- und Hol-Aktion"
Nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre Gegenstände aus? Wir haben unsere Ramsch-Kisten und Gestelle durchsucht nach Dingen, die wir nicht mehr brauchen und die andere vielleicht sammeln. Wir haben Dinge ausgewählt, die wir schon lange weggeben wollten.
Nahmen Sie sie schweren, leichten Herzens mit? Warum?
Es fiel uns allen leicht, uns von den Gegenständen zu trennen.
Was löste es bei Ihnen aus, durch die Räume zu gehen und eine grosse Anzahl Gegenstände, die eigentlich Ihren Kolleginnen und Kollegen gehörten, zur freien Mitnahme vorzufinden?
Es gibt sehr viel Ramsch. Man fragt sich, wie viele unnütze Dinge zu Hause herumstehen. Die grosse Menge ist eher abstossend, man mag gar nicht richtig hinsehen. Einige Dinge wären eventuell noch brauchbar, aber wir hatten keine Lust, wieder etwas nach Hause zu schleppen.
Vielleicht sind nicht alle Ihre Gegenstände an eine andere Person weitergegangen.
Was empfinden Sie dabei?
Es wundert uns nicht, denn wir würden die Gegenstände auch nicht mitnehmen. Dies ist jedoch nicht weiter schlimm, da wir wissen, dass die Dinge ins Brockenhaus überbracht werden. Dort haben die Gegenstände mehr Verwendung als bei uns, da sie ein spezielles Zielpublikum ansprechen.
Habe ich mehr gebracht als genommen oder umgekehrt? Warum? (Es gibt für beides gute Gründe)
Alle von uns haben mehr gebracht als genommen. Man nimmt nur noch das nach Hause , was man wirklich braucht. Man überlegt sich zweimal, ob es sich lohnt, den Gegenstand mitzunehmen.
Wie könnte eine solche „Bring-und-Hol-Aktion“ in Ihrer Schulpraxis umgesetzt werden?
Wir würden die Aktion durch ein Thema eingrenzen. zB: Spielsachen, Gesellschaftsspiele. Wir könnten die Gegenstände nur für eine beschränkte Zeit ausleihen und dann weiter geben. Dadurch würden die Kinder viele Spiele kennen lernen.
Dienstag, 29. Mai 2007
Meine Beziehung zur Natur
Als wir nach kurzer Zeit in der Meglisalp angekommen sind, wartete schon a feina Znacht auf uns, und auch die Musik fehlte nicht. Wir entschieden uns aber gegen die Musik und für die Natur. Am nächsten Morgen, als ich aufwachte und durch das kleine Fenster den blauen Himmel erblickte konnte ich es nicht lassen, ich musste alle wecken. Nach einem guten Frühstück ging es dann los. Ich freute mich.
Zuerst bliess uns der Wind ziemlich ins Gesicht, ich spürte die Kraft der Natur und mit dieser enormen Kraft auch meinen Respekt und meine Furcht vor ihr. Ich nehme wahr, dass die Natur klar über mir steht, schnell überhand ergreifen kann. Gleichzeitig aber auch, gibt sie mir unglaublich viel Kraft, Freude, Erleichterung, Erholung, Geborgenheit....diese zwei Tage waren wie eine Woche Ferien.
Naturerfahrungsritual VELOFAHRT
Mich auf dem Velo durch die Natur zu bewegen,
so die ersten Sonnenstrahlen aufzunehmen, die ins Gesicht scheinen,
dem Vogelgezwitscher zu lauschen,
das Plätschern des Baches zu hören,
unter Bäumen hindurch zu fahren,
auf der geraden langen Strecke den Blick auf den Bodensee zu richten,
der immer wieder andere Farbmischungen aufweist
und den Fahrtwind, der nach blühenden Blumen duftet, im Gesicht zu spüren.
All dies erfahre ich bei meiner fast täglichen Velofahrt von Zuhause in die Schule und zurück. Dies ist für mich eine der wichtigsten täglichen Naturerfahrung und dies wurde mir in der Auseinandersetzung über meine Beziehung zur Natur wieder bewusst. Dieses Morgen- und Abendritual ist für mich sehr bedeutsam und bereichernd. In diesem Moment fühle ich mich sehr mit der Natur, ihren Lebewesen und Phänomenen verbunden. Ich fühle mich als ein Teil der Natur. Die Prächtigkeit der Natur, die mich umgibt, strahlt auf mich Ruhe, Sicherheit und Geborgenheit aus, die ich mit mir nehme und mich so zufrieden werden lassen. Dieses Veloritual ist mir sehr ans Herz gewachsen, da ich aus der Verbundenheit mit der Natur viel Energie und Kraft mit in Tag nehme und mir dies auch ermöglicht, stressende Gedanken auf die Seite zu legen.
Auch über Pfingsten schenkte ich kleinen Aufenthalten in der Natur meine Beachtung. Als Abwechslung zu meiner Schularbeiten, meine Füsse in unserem Garten zu vertreten, einige Sonnenstrahlen zu tanken, den Vögel zu lauschen und die Natur zu betrachten, macht mich glücklich und zufrieden. In solchen Momenten verspüre ich grosse Dankbarkeit, dass ich dies so erfahren darf.
Weil ich mich sehr mit der Natur verbunden fühle, schmerzt es mich immer sehr Verschmutzungen wie zum Beispiel herumliegende Abfälle auf der Strasse zu sehen. Dass einige Menschen die Natur einfach so verschmutzen, verstehe ich nicht? Fühlen sie sich nicht als Teil der Natur? Nun ja, die Menschen denken und handeln unterschiedlich. Meiner Meinung nach soll die Umwelt klar vor solchen Verschmutzungen geschützt werden, denn sie bereichert unser Leben und dafür sollten wir ihr dankbar sein.
Montag, 28. Mai 2007
Naturerfahrungen
Also, nun noch ohne jeglichen Zynismus oder Galgenhumor. In meiner Freizeit geniesse ich es sehr zu wandern, mit dem Velo durch schöne Landschaften zu reisen oder Spaziergänge im Wald zu unternehmen. Schon als Kind haben meine Geschwister und ich viel Zeit draussen verbracht. Da ich in einem Haus aufgewachsen bin, das von Bäumen und Kuhwiesen umgeben ist, verbrachten wir unsere Tage mit Klettern, Sammeln, Bauen und im Winter mit Schlitteln, Skifahren und Spielen im Schnee. Ein Kinderparadies in der Natur. Diese ganzen Erfahrungen haben mich dahingehend geprägt, dass ich immer noch gerne draussen bin und ich in der Natur immer wieder erlebe, wie grossartig und schön unsere Welt doch ist. Bewunderung und Ehrfurcht und ein irgendwie spirituelles Gefühl kann mich in solchen Momenten befallen. Obwohl ich nicht sehr religiös bin, habe ich einmal ein Gebet gelesen, das dieses Gefühl sehr treffend beschreibt und mir geblieben ist:
Von grossen Mächten wunderbar gehalten,
erwarten wir getrost was kommen mag.
Gott ist bei uns, am Abend und am Morgen.
Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Das Gefühl von aufgehoben sein, und dass trotz allem schlechten, das in der Welt geschieht, noch Hoffnung besteht, verspüre ich in solchen Momenten sehr stark.