Dienstag, 29. Mai 2007

Meine Beziehung zur Natur

Über Pfingsten durfte ich mit auf eine Wanderung im Alpstein. Wow, das erste Mal im Alpstein. Vor der Wanderung, war ich ziemlich hin und her gerissen: " ist das Wetter gut, lohnt sich es bei schlechtem Wetter, sollte ich nicht besser zu Hause lernen, mein Gewissen". Als wir uns dann aber im Zug Richtung Appenzellerland trafen, liess ich all meine Gedanken hinter mir und konnte mich voll und ganz auf das Vorhaben einlassen. Das erste Stück ging es im Wald ziemlich lange eher "steil" nach oben, eigendlich mochte ich dieses Stück überhaupt nicht, ich spürte nämlich schon dort zum ersten Mal, wie wenig trainiert meine Beine sind. Jedoch vergass ich auch diesen Gedanken schneller als er gekommen ist, denn die Natur, das Rauschen des Baches, die zwitschernden Vögel, die erfrischende Feuchtigkeit und der Geruch der Natur - waren einfach wunderbar!
Als wir nach kurzer Zeit in der Meglisalp angekommen sind, wartete schon a feina Znacht auf uns, und auch die Musik fehlte nicht. Wir entschieden uns aber gegen die Musik und für die Natur. Am nächsten Morgen, als ich aufwachte und durch das kleine Fenster den blauen Himmel erblickte konnte ich es nicht lassen, ich musste alle wecken. Nach einem guten Frühstück ging es dann los. Ich freute mich.
Zuerst bliess uns der Wind ziemlich ins Gesicht, ich spürte die Kraft der Natur und mit dieser enormen Kraft auch meinen Respekt und meine Furcht vor ihr. Ich nehme wahr, dass die Natur klar über mir steht, schnell überhand ergreifen kann. Gleichzeitig aber auch, gibt sie mir unglaublich viel Kraft, Freude, Erleichterung, Erholung, Geborgenheit....diese zwei Tage waren wie eine Woche Ferien.

Naturerfahrungsritual VELOFAHRT

Mich auf dem Velo durch die Natur zu bewegen,
so die ersten Sonnenstrahlen aufzunehmen, die ins Gesicht scheinen,
dem Vogelgezwitscher zu lauschen,
das Plätschern des Baches zu hören,
unter Bäumen hindurch zu fahren,
auf der geraden langen Strecke den Blick auf den Bodensee zu richten,
der immer wieder andere Farbmischungen aufweist
und den Fahrtwind, der nach blühenden Blumen duftet, im Gesicht zu spüren.

All dies erfahre ich bei meiner fast täglichen Velofahrt von Zuhause in die Schule und zurück. Dies ist für mich eine der wichtigsten täglichen Naturerfahrung und dies wurde mir in der Auseinandersetzung über meine Beziehung zur Natur wieder bewusst. Dieses Morgen- und Abendritual ist für mich sehr bedeutsam und bereichernd. In diesem Moment fühle ich mich sehr mit der Natur, ihren Lebewesen und Phänomenen verbunden. Ich fühle mich als ein Teil der Natur. Die Prächtigkeit der Natur, die mich umgibt, strahlt auf mich Ruhe, Sicherheit und Geborgenheit aus, die ich mit mir nehme und mich so zufrieden werden lassen. Dieses Veloritual ist mir sehr ans Herz gewachsen, da ich aus der Verbundenheit mit der Natur viel Energie und Kraft mit in Tag nehme und mir dies auch ermöglicht, stressende Gedanken auf die Seite zu legen.

Auch über Pfingsten schenkte ich kleinen Aufenthalten in der Natur meine Beachtung. Als Abwechslung zu meiner Schularbeiten, meine Füsse in unserem Garten zu vertreten, einige Sonnenstrahlen zu tanken, den Vögel zu lauschen und die Natur zu betrachten, macht mich glücklich und zufrieden. In solchen Momenten verspüre ich grosse Dankbarkeit, dass ich dies so erfahren darf.

Weil ich mich sehr mit der Natur verbunden fühle, schmerzt es mich immer sehr Verschmutzungen wie zum Beispiel herumliegende Abfälle auf der Strasse zu sehen. Dass einige Menschen die Natur einfach so verschmutzen, verstehe ich nicht? Fühlen sie sich nicht als Teil der Natur? Nun ja, die Menschen denken und handeln unterschiedlich. Meiner Meinung nach soll die Umwelt klar vor solchen Verschmutzungen geschützt werden, denn sie bereichert unser Leben und dafür sollten wir ihr dankbar sein.

Montag, 28. Mai 2007

Naturerfahrungen

Meine Pfingsten habe ich damit verbracht, Modulnachweise zu verfassen und Vorbereitungen für einen Besuchstag und eine Stellvertretung zu machen. Ausserdem habe ich endlich damit begonnen für die erste Diplomprüfung zu lernen. Kurz gesagt, war ich die ganzen drei Tage zu hause und mit PHR-Angelegenheiten beschäftigt. Die einzigen Naturerfahrungen, die ich dabei gemacht habe, waren meine Kaffeepausen, die ich in schönem Wetter traditionell auf der Bank vor unserem Bauernhaus verbringe. Dabei kann ich über Hügel und Wiesen in den Alpstein blicken.

Also, nun noch ohne jeglichen Zynismus oder Galgenhumor. In meiner Freizeit geniesse ich es sehr zu wandern, mit dem Velo durch schöne Landschaften zu reisen oder Spaziergänge im Wald zu unternehmen. Schon als Kind haben meine Geschwister und ich viel Zeit draussen verbracht. Da ich in einem Haus aufgewachsen bin, das von Bäumen und Kuhwiesen umgeben ist, verbrachten wir unsere Tage mit Klettern, Sammeln, Bauen und im Winter mit Schlitteln, Skifahren und Spielen im Schnee. Ein Kinderparadies in der Natur. Diese ganzen Erfahrungen haben mich dahingehend geprägt, dass ich immer noch gerne draussen bin und ich in der Natur immer wieder erlebe, wie grossartig und schön unsere Welt doch ist. Bewunderung und Ehrfurcht und ein irgendwie spirituelles Gefühl kann mich in solchen Momenten befallen. Obwohl ich nicht sehr religiös bin, habe ich einmal ein Gebet gelesen, das dieses Gefühl sehr treffend beschreibt und mir geblieben ist:

Von grossen Mächten wunderbar gehalten,
erwarten wir getrost was kommen mag.
Gott ist bei uns, am Abend und am Morgen.
Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Das Gefühl von aufgehoben sein, und dass trotz allem schlechten, das in der Welt geschieht, noch Hoffnung besteht, verspüre ich in solchen Momenten sehr stark.

Naturerfahrungen

Über Pfingsten konnten wir tatsächlich die Natur geniessen. Vorallem da trotz entgegengesetzter Prognosen das Wetter wunderbar war. Zwar war die Naturerfahrung nicht anders und neu, sondern einmal mehr erholsam und energiespendend. Diese Woche werde ich keine Zeit mehr haben, mich für längere Zeit bewusst für diesen Blog ins Grüne zu begeben, aber wenn dies über Mittag oder abends kurz geschieht, werde ich sicherlich auch dann erfahren, wie beruhigend und entspannend die Geräusche der Natur sein werden. Wie sie in arbeitsreichen Zeiten richtig schläferig machen und helfen, stressende Gedanken abzuwenden und in Ruhe und Zufriedenheit einzutauschen. Wenn ich mich als Teil der grossen Natur wahrnehme, empfinde ich Dankbarkeit, nehme mich selber und meine Problme nicht mehr so ernst und fühle mich wirklich verbunden mit ihr, gleichwertig der Schöpfung um mich herum.

Für das Blogthema Abfall bedeuten solche Naturerfahrungen eine Erinnerung daran, dass die Natur nicht durch unsere Abfälle zerstört werden soll. Es macht wieder mehr Sinn, Abfälle zu reduzieren, sie zu trennen und umweltgerecht zu entsorgen

Sonntag, 27. Mai 2007

Liebe Studierende des Abfall-Blogs,

ich verfolge Ihre Posts mit Interesse und möchte mich zu einigen Punkten aus Ihren Posts kurz äussern: Sie haben den Text von Herz einerseits als engagiert und hilfreich empfunden, andereseits empfinden Sie ihn als zu idealistisch, vielleicht sogar polarisierend. So scheint mehrfach die Frage auf, inwiefern Herz Vorschläge auch tatsächlich in der Schulpraxis umgesetzt werden können. Herz' formulierte Handlungsvorschläge stellen sicherlich eine Herausforderung dar für die Schul- und Vorbereitungspraxis. Es geht wohl nicht darum, dass die genannten Vorschläge in Ihrer Gesamtheit verwirklicht werden, sondern der eine oder andere Punkt kann Ihnen helfen, die Nachhaltige Bildung ganz konkret in Ihrer Arbeit einzubauen. Es sind Visionen und Ideale, die er formuliert, lassen Sie sich davon nicht abschrecken - jedoch sollen sie langfristig keine Visionen bleiben, sondern einen selbstverständlichen Platz in der Praxis einnehmen.

Tatsächlich stellt uns die Nachhaltigkeit wohl immer wieder vor ein Dilemma: bequem, günstig und schnell ist oft nicht nachhaltig. Das heisst, die Motivation zu nachhaltigem Handeln braucht wohl oft Überwindung, die vielleicht auch als Einschränkung empfunden wird. Wenn wir es schaffen unser Verhalten so zu "trainieren", dass der Nachhaltigkeitsgedanke nicht als ein Druck (oder Verpflichtung - unser Gewissen?) von aussen empfunden wird, sondern wir aus uns selber heraus - man nennt es intrinsisch motiviert - nachhaltig handeln haben wir wohl einen riesig grossen Schritt vorwärts gemacht.

Ihre Gruppenarbeit zum vergangen Montag zeigt, dass Sie die wichtigsten Elemente aus dem Vortrag von Frau Künzli verstanden und sinnvoll in die Reflexion zum Thema Milch eingebaut haben. Einzig die Unterscheidung von herkömmlichem M&U-Unterricht zum bearbeiteten Nachhaltigkeitsthema fehlt in Ihren Überlegungen.

So grüsse ich Sie freundlich, Michael Zahner

Meine Beziehung zur Natur

In den Bergen zu sein bedeutet für mich Freiheit, Erholung, Vollkommenheit und Sicherheit.
Bei der Frage, woher diese Gefühle wohl kommen mögen, möchte ich gerne einen Teil aus meinem Religionsjournal zitieren.

Vor 350 Millionen Jahren entstanden unsere heutigen Berge. Ihre Entstehungsgeschichte läuft auf die Tethys zurück oder auch das Urmeer genannt. Dieses Meer beinhaltete auf seinem Meeresgrund Sedimente aus Helvetikum, Penninikum und Ostalpin. Diese verschiedenen Gesteinsschichten füllten sich in dem absinkenden Trog der Tethys während Millionen von Jahren. Durch die Plattentektonik entstand ein Druck welcher sich einerseits auf die afrikanische Platte und andererseits auf die europäische Platte auswirkte. Durch diesen Druck wurde die Tethys eingeengt und der Meeresgrund faltete sich. Die Gesteinsschichten begannen sich zu lösen und wurden übereinander geschoben. Unsere Bergen entstanden zu einem Zeitpunkt vor 350 Millionen Jahre seither wurden sie stark eingeebnet.

In der Sprache der Symbole bedeutet diese Entstehungsgeschichte unserer heutigen Gebirge oft auch Konstanz und Sicherheit. Wir wissen, dass vor sehr langer Zeit unsere Landschaft nur mit endlosen Weiten und leer daliegenden Ebenen bestückt war. Durch die Tatsache, dass die Berge während unserer Lebzeiten und derer unserer Vorfahren immer schon da waren, verleihen sie uns eine Art Sicherheit. Vielleicht ist gerade diese Konstanz dieses „dauerhafte Dasein“ unserer Bergwelt ein bedeutsamer Kontrast zu unserem heutigen rastlosen Lebensstil. In einer Welt, wo Marketing und Ökonomie darauf ausgerichtet sind, dass der Mensch in seiner Existenz stets angesteuert wird, neue Wünsche und Ziele zu verfolgen. Der Schuhmacher und die Näherin haben längst schon ihren Platz geräumt, um den Mülleimern Einzug zu halten. Langlebiges und Andauerndes werden immer seltener gelebt. Dies zeigt sich nicht nur im ökonomischen Bereich unserer Umwelt, sondern auch Scheidungsraten schnellen in ihren Statistiken immer mehr in die Höhe. Die Menschheit ist bestrebt immer das Beste zu wollen, jedoch
hält das Beste nicht immer lang Zustrom und verlangt Fortschritte sowie Kurzlebigkeit.
Dies ist immer auch verbunden mit Rastlosigkeit. Ein Gegenpol beleuchtet die Berge. Vom Alltagsstress auszubrechen und in die Höhen zu fliehen. An einen Ort wo Ruhe, und Sicherheit Einzug hält. Wo die Mächtigkeit der Berge und die Vollkommenheit der Natur Dauerhaftigkeit und Vertrauen ausstrahlen. Wo das Einmalige Gefühl einkehrt mit allem um einem herum vereint zu sein.

Samstag, 26. Mai 2007

Schule im Sinne der Nachhaltigkeit

Nach meiner Meinung werden in diesem Text ganz viele wichtige Dinge angesprochen und Herr Herz kritisiert, diskutiert und beleuchtet fleissig verschiedenste Aspekte eines nachhaltigen Unterrichts. Er weißt mit Leidenschaft darauf hin, dass die Schule ganz viel tun kann, um bei Kindern ein nachhaltiges Denken und Handeln zu erreichen. Grundsätzlich lässt sich zu keinem der von ihm genannten Punkte etwas einwenden. Womit ich allerdings etwas Mühe hatte, ist seine Art zu schreiben. Er weiss offenbar besser als jede andere Person, was getan werden muss, um unsere Kinder zu einem verantwortungsvollen und nachhaltigen Lebensstil zu bewegen. Bei diesen nahezu perfekten Theoriekonstrukten steht für mich aber immer die Frage, ob er sein Postulat auch so entschieden umsetzen könnte, wie er es vertritt. Ich bin davon überzeugt, dass es wichtig und möglich ist im Unterricht ökologische, soziale und ökonomische Aspekte zu behandeln und mit den Kindern Projekte zu realisieren, die echtes Engagement fordern und Zusammenhänge bewusst machen. Allerdings glaube ich nicht, dass es in einer Schule, die von Fächern bestimmt wird möglich ist. Um Nachhaltigkeit vollumfänglich im Sinne von Herr Herz umzusetzen, bräuchten wir erst strukturelle Veränderungen in unseren Schulen. Noch eher als in der Schule, wird es im Kindergarten möglich sein seine Vorstellungen umzusetzen, da man dort viel besser langfristig an Projekten arbeiten kann.

Bezüglich unserem Blogthema habe ich durch diesen Text einige Anregungen bekommen. Herr Herz spricht die Abfallthematik mit einigen Beispielen an. Darunter etwa den Klärschlamm und den Export von Abfällen aus dem Westen in ärmere Länder. Dies sind zwei Punkte, die mir bisher noch gar nicht in den Sinn gekommen sind. Jeder Begriff eröffnet schon wieder ein riesiges Themenfeld. Ich habe für mich überlegt, wie ich dies mit Kindern nun konkret behandeln könnte. Was mir nun als eine sehr faszinierende Variante erscheint, ist das aufzeichnen eines Kreislaufs beziehungsweise eines gestörten Kreislaufs. Ich könnte mir vorstellen, mit Kindern eine Geschichte zu erfinden, die davon handelt, dass ein Gegenstand entsteht und gebraucht wird, bis er schliesslich zum Abfallstück wird und seine Reise antritt. Dieses Abfallstück durchlebt viel auf seiner Reise und kommt an verschiedensten Orten vorbei. So könnte man die Kinder happy- und unhappy-stories erfinden lassen. Ich bin sicher sie würden mit viel Phantasie Abfallabendteuer erfinden. Ich könnte mir gut vorstellen, das Thema Abfall so zu beginnen, um anschliessend systematisch, anhand von echten Beispielen, verschiedenste Abfallwege zu verfolgen und mit den Kindern über Wertfragen zu diskutieren.

Freitag, 25. Mai 2007

Globale Partnerschaften und Schule

Diesen Artikel finde ich sehr anregend. Die aufgeführten praktischen Beispiele sind motivierend. Zukünftig selber mit der Klasse oder viel besser mit dem Schulhaus ein solches Projekt anzugehen finde ich sinnvoll und realistisch. Ich stimme mit der Meinung von O. Herz überein, dass Kinder eine der wichtigsten Ressourcen unserer Welt sind.
Mir gefällt die Idee der Schulpartnerschaft mit einer Schule in einem fremden Land. Ebenso gefällt mir der Vorschlag, ein Jahr lang nach Agenda 21 Versammlungen abzuhalten und Problemstellungen Fachkundig zu bearbeiten. Ich finde es einleuchtend, dass mit dieser Methode Kinder wichtige Fertigkeiten wie Organisieren, Kommunizieren, Publizieren lernen. Wichtig finde ich die Zusammenarbeit mit Personen ausserhalb der Schule. Denn fast aussschliesslich im Kontakt mit „aussen“ ist es möglich für das Leben und nicht „nur für die Schule“ zu lernen. Mir gefällt das praktische Beispiel des Einbezugs eines Kaufhauses. Dies liesse sich nicht nur in einer Stadt verwirklichen sondern auch im Schaufenster des Dorfbäckers. Sehr wichtig ist aus meiner Sicht das tagtägliche Umsetzten eines Punktes nach Agenda 21, zB. Wasser, Papier oder Strom zu sparen. Dazu eine Wette abzuschliessen, ist zusätzlich motivierend.

Die Schule ist der geeignete Ort möglichst viele Leute anzusprechen, denn wie im Artikel erwähnt, gehen ALLE Kinder und Jugendliche aus allen Schichten zur Schule, diese haben Eltern und Verwandte und können Ideen, Werte weiter tragen und vermitteln.

Toll ist die Idee des Schüleraustausches über die Landesgrenzen hinweg. Dies wäre aber ein kantonales oder sogar staatliches Projekt und nicht nur von einem Schulhaus realisierbar. Die Idee würde ich aber voll unterstützen.

Untenstehende Aussage im Text gefällt mir besonders gut und zeigt mir, dass es zentral ist, die Schülerinnen und Schüler dort abzuholen, wo sie stehen, von ihren Interessen und Bedürfnissen auszugehen. Dies bedeutet für mich, von ihren Problemen auszugehen und diese erst nach und nach aus „weitsichtigerer“, später globaler Sicht zu betrachten.

„Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man sich sehnt, die man verwirklichen möchte, dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen.“ (Erich Fromm)

Abfall eignet sich gut als Teilthema der Agenda 21. Im Schulzimmer wird mit Trennen von Abfällen begonnen, die Kinder werden dazu angehalten, ihren Znüni möglichst „abfallarm“ einzupacken. Im Schulhaus gibt es ebenso die Möglichkeit, de Abfälle getrennt zu entsorgen. Ein Schulhauskompost kombiniert mit einem Schulgarten wäre super. Falls es die Lage der Schule zulässt, wäre ein Schulgarten mit eigenen Karotten, Äpfeln, etc sehr schön. Die Erzeugnisse könnten am Pausenkiosk verkauft werden, den Garten würden die Klassen abwechselnd betreuen.
Bachputzen ist auch eine gute Sache um den Kindern eindrücklich begreifbar zu machen, wie unangenehm achtlos weggeworfene Abfälle sind. Dazu erscheint ein Artikel in der Zeitung, der alle Einwohner aufmerksam macht auf die vielleicht vergessene Problematik.

Mittwoch, 23. Mai 2007

Agenda 21 und mein Auftrag als Lehrperson

Kinder interessieren sich für unsere Welt. Wissensdurstig wollen sie alles erfahren über heute und die Zukunft. Als Lehrpersonen können wir viel dazu beitragen, die Kinder im Sinne von Agenda 21 zu unterrichten.

vernetzter Unterricht
Ab dem Sommer 2007 werde ich gezielt darauf achten, den Schülerinnen und Schüler einen Mensch und Umwelt Unterricht anzubieten, welcher nachhaltig wirkt. Vernetzter Unterricht ist ein Teil der viel dazu beitragen kann. Einerseits lernen die Kinder die Komplexität an jedem einzelnen Thema kennen und andererseits verstehen sie welchen Einfluss die Zukunft auf die Angelegenheit haben kann und was jeder einzelne beitragen kann, um eine Verbesserung vorzunehmen.

Projekttage oder Projektwochen
Solche Veranstaltungen gewähren den Kindern tieferen Einblick ein Thema vollumfänglich zu bearbeiten. Durch herangezogene Experten können Teilnehmer und Teilnehmerinnen ins staunen versetzt werden. Auch die von Herr Herz vorgeschlagenen internationalen live-Schaltungen fände ich sehr sinnvoll.

öffentliche Präsentationen
Der Aspekt der öffentlichen Präsentationen über Themen der Agenda 21 gefällt mir ausgezeichnet gut. Wie oft werden wir in der Stadt von erwachsenen Menschen auf Projekte angesprochen? Und wie oft hasten wir an ihnen vorbei? genervt oder ängstlich über „Geldabluchserei“ gehen wir schnell an ihnen vorüber ohne jegliches Interesse zu zeigen. Kinder hingehen sind „Hingucker“ alleine. Sie könnten einfacher Aufmerksamkeit auf sich ziehen und man hört ihnen gerne zu.
Ein Projekt über ein Thema würde sich deshalb sehr gut eignen. Die Schülerinnen und Schüler könnten in der Öffentlichkeit Beiträge leisten wie Schaufenster mit ihren Themen ausstellen, Red und Antwort stehen oder Strassentheater aufführen.

eigene Schule unter die Lupe nehmen
Dieser Gesichtspunkt scheint mir gerade aus dem Grund, dass sich die Kinder zum grössten Teil ihres Lebens in Schulen aufhalten, sehr wichtig. Gerade in Bezug auf unser Blogthema, könnte das Thema Abfall mit den Kindern behandelt werden. In Projekten finden die Schülerinnen und Schüler heraus, wie viel Abfall pro Woche in der Schule entsteht, wie der Vergleich zu anderen Ländern aussieht oder wie eine Verminderung des Abfalls angegangen werden könnte.

Egal in welchem Projekt die Schule tätig ist für die Agenda 21. Aus meiner Sicht ist es wichtig, neues Wissen an die Schülerinnen und Schüler zu vermitteln, welches sie auch anwenden und leben können. Dazu gehören immer auch Werte und Normen. Diese können im Falle der Agenda 21 nirgends besser gelernt werden als im interkulturellen Austausch mit anderen Kindern oder Menschen.

Dienstag, 22. Mai 2007

Agenda 21 in der Schule

Dieser Artikel von Otto Herz hat mich nicht besonderlich beeindruckt und berührt. Vor allem, weil er sehr provokativ die Institution Schule anfechtet. Ich bin viel mehr überzeugt, dass es heute nicht mehr um ein gegenseitiges "Angreifen" geht, sondern um ein Miteinander - egal welche Institution, Verein, Verband, usw. in der Institution Schule noch mitmischeln möchte. .... in allen Fächern und Themen kann die nachhaltige Entwicklung eine Rolle spielen...... diese Aussage kann vielleicht theoretische wahr sein, ob sie in der Praxis auch wirklich umgesetzt werden kann stelle ich ehrlich gesagt sehr in Frage.
Ausserdem denke ich, dass die Lehrpersonen - die in der Schule eine wichtige Vorbildfunktion haben - in diesem Fachgebiet viel zu wenig ausgebildet sind.
....noch viele andere Kommentare bezweifle ich, nun aber zum Blogauftrag:

Der Text von Herz unterstützt meine im Kopf herumschwirrenden Ideen:
Wenn ich zukünftig mal eine längere Stelle antrete, dann würde ich gerne das Thema Agenda 21 als Jahresthema wählen. Ich stelle mir dies so vor, dass während des ganzen Jahres immer wieder Inhalte der Agenda 21 im Unterricht Schwerpunkt haben, viele andere Themen auch aus der nachhaltigen Perspektive behandelt werden. Dabei soll die Arbeit "am eigenen Hause" eine zentrale Rolle spielen, auch die selbst Reflexion des eigenen Handelns. Dabei finde ich die Einbeziehung der Eltern in der Schule ein wichtiger Aspekt. Denn wenn Eltern und Lehrpersonen am gleichen Strick ziehen, ist dies viel eher eine Orientierungshilfe und Überzeugungshilfe für die Kinder.
Weiter finde ich die Idee der öffentlichkeitsarbeit sehr wichtig. Vor allem für die Kinder ist dies eine riesige Wertschätzung und Motivation.

....ja, unzählige Ideen im Kopf, viele gute Ansätze....hoffentlich gibt es genügend Zeit, Chancen, Akzeptanz und Unterstützungen diese umzusetzen.

Montag, 21. Mai 2007

Nachhaltigkeit – dringende Aufnahme in die Schule!

Otto Herz proklamiert in seinem Text ganz klar, dass die Agenda 21 einer der grossartigsten Bildungsideen, in erkennend-verstehender, in praktisch-politischer, in zum Handeln befähigender Absicht ist, die alle Schulen umsetzen sollen. Ich stimme dem zu, dass Nachhaltigkeit in alle Schulen aufgenommen werden muss. Denn die Welt benötigt Empowerment, von uns allen! Die Agenda 21 erhält Wirkkraft, wenn wir folgenden Grundsatz der globalen Partnerschaft beachten: ‚Jeder kann von jedem lernen’. Mir ist es auch ein Anliegen, dies in meinen zukünftigen Unterricht einzubauen. So kann eine integenerationelle Gerechtigkeit hervorgerufen werden, die den Kindern bewusst macht, dass sie die Welt und deren Zukunft mitgestalten können.

Die Handlungsmöglichkeiten von Schulen, in Bezug auf die Herausforderungen der Agenda 21, beschreibt Otto Herz umfangreich. Mich beeindruckte einiges und durch seinen Text erhielt ich den Einblick in Möglichkeiten zur praktischen Umsetzung solcher Themen. So nehme ich folgende Grundsätze für meinen zufkünfitgen Unterricht mit:

- Die Kinderagenda zeigt auf, dass die alle Themen der Agenda 21 auch von Kindern und für Kinder erschlossen werden können.

- In der festen Teamarbeit kann die fachübergreifende Durchdringung komplexer Fragestellungen und Abstimmungen zwischen den Fächern gewährleistet werden.

- Assembly – schulinterne Versammlung aller Lernenden und Lehrenden – als Methode anwenden, um Problemstellungen fach- und sachkundig zu bearbeiten. (Auch Randthemen finden in diesem Rahmen Platz).

- Öffentliche Präsentationen sind von grosser Wichtigkeit, damit die Kinder erarbeitetes Wissen und angeeignete Erkenntnisse weitergeben können.

- Das Schulhaus, wo sich Lernende und Lehrende täglich aufhalten, soll auf seine Nachhaltigkeit untersucht werden. Einerseits praktizieren die Kinder darin Unternehmens-Geist und Selbst-Wirksamkeit. Andererseits ist es auch ein ideales praktisches Handlungsfeld für das Engagement von Eltern und Partner von Schulen (Zusammenwirkung von Schule und ausserschulischen Partnern).

Otto Herz nennt ein praktisches Beispiel zum Thema Abfall – unserem Blogthema. Dieses Thema in der Öffentlichkeit mit einer Präsenation von Müllsäulen zu thematiesieren, finde ich sehr spannend. Es zeugt für mich davon, dass die Kinder Selbstverpflichtung wahrnehmen und handeln. Auf diese Weise werden die Leute mit aktuellen Missständen konfrontiert, und zwar ausgelöst durch Kinder. Die Anteilhabe der Kinder an der Mitgestaltung unserer Umwelt ist sehr zentral und der soll immer grosse Beachtung entgegengebracht werden. Wir Lehrpersonen sind meiner Meinung aufgefordert Nachhaltigkeit in unseren Schulalltag einzubauen. Um aktuelle Themen aufzugreifen und den Kindern zu zeigen, dass gehandelt werden muss!

BNE - Unterrichtsreihe Milch

Analyse der Unterrichtseinheit Milch

Teilkompetenzen

Wir denken, dass die Unterrichtsreihe Milch auf folgende Teilkompetenzen ausgerichtet ist:

C2 Sie verstehen, warum Wissen aus verschiedenen Fachgebieten und Perspektiven verschiedener Akteure zusammengefügt werden müssen, um zu begründeten Entscheidungen hinsichtlich Nachhaltiger Entwicklung zu gelangen.

C3 Sie erkennen die zeitliche, sowie fachliche Bedingtheit von Wahrheit und Wissen und akzeptieren diese, und sie erkennen, dass die Menschen die Komplexität der Welt unweigerlich reduzieren und dabei unterschiedliche Perspektiven einnehmen.

E2 Sie können die Qualität der Herkunft, sowie die Reichweite von Informationen kritisch prüfen.

E6 Sie können Informationen aus unterschiedlichen Fachgebieten strukturieren und zusammenführen und sind bereit, ihre Entscheidungen darauf abzustützen.

Didaktische Prinzipien

Handlungs- und Reflexionsorientierung

Die Unterrichtsreihe ist eindeutig handlungsorientiert, da die Kinder selber Milchprodukte herstellen. In unseren Augen kommt allerdings die Reflexion zu kurz.

Entdeckendes Lernen

Bezüglich der Produktion von Milchprodukten findet Entdeckendes Lernen statt.

Vernetztes Lernen

Behandelt wird die Vernetzung von Gegenwart und Vergangenheit, anstatt von Gegenwart und Zukunft. Dafür wird die Milchproduktion bezüglich der Unterschiede in verschiedenen Ländern betrachtet. Ebenso werden die verschiedenen Akteure thematisiert.

Partizipationsorientierung

Indem die Kinder Konsumenten und somit selbst Akteure in diesem Kreislauf sind, sie ihr Konsumverhalten reflektieren, ist Partizipation gegeben.

Weiterentwicklung der Unterrichtseinheit

Teilkompetenzen, die wir hinzufügen würden:

D4 Sie können beurteilen, wo und auf welche Art und Weise sie selber einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit leisten können, und sie können die mögliche Wirkung dieser Einflussnahme abschätzen, um gestützt darauf zu entscheiden, ob ein entsprechender Einsatz sinnvoll ist.

E3 Sie sind bereit und in der Lage, ihre eigene Wissensbasis zu konkreten Fragen Nachhaltiger Entwicklung und die Stichhaltigkeit dessen, was sie zu wissen meinen kritisch zu prüfen und ihre Wissensbasis zu aktualisieren.


Konkrete Umsetzungsmöglichkeiten

Vermehrt vernetztes Lernen
Wir würden den Unterricht stärker auf die Zukunft ausrichten. Anstatt Werkstattunterricht würden wir vermehrt Entdeckendes Lernen praktizieren und Visionen für die Zukunft entwickeln (Visionsorientierung). Beispielsweise würden wir thematisieren, in welcher Form Milch in Zukunft zu kaufen sein wird (Tetra, Milchkanne, Plastikflasche…) Gibt es Alternativen zu heute angebotenen Produkten? Bezüglich dem Weg der Milch und ihrer Entstehung würden wir die Schüler dazu anleiten, selbstständige Recherchen zu betreiben, indem wir zum Beispiel Kleingruppenarbeiten arrangieren würden. Auch Produktionsbedingungen der Zukunft sollten einen Stellenwert innerhalb der Lektionsreihe erhalten.

Freitag, 18. Mai 2007

Nachhaltige Motivation

Diese Woche begleitete mich die Frage der Motivation nachhaltiger Handlungen im Alltag. Warum handle ich überhaupt nachhaltig? Wo setze ich meine Schwerpunkte?

Die Natur zu erhalten, ist meine grundlegendeste Motivation. Denn die Natur mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt hat für mich einen sehr hohen Stellenwert in meinem Leben. Die Natur zu bewahren, sie zu schützen und ihre Vielfalt zu erhalten, liegt mir sehr am Herzen. Die starke Prägung dieser Motivation kommt aus meinem Elternhaus und dieser Erziehung. Bei mir Zuhause nimmt das nachhaltige Handeln einen wichtigen Platz ein. Ich wohne in einem ökologischen Holzhaus. Das verwendete Holz stammt nur aus der Schweiz und überall gibt es ‚Holzzugläden’. So nennt man die Fensterläden bei einem Appenzellerbauernhaus, die auf der Sonnenseite hochgezogen und auf der Regenseite runtergelassen werden. Mit diesem System sparen wir viel Energie, denn in kalten Wintertagen bleiben die Läden geschlossen und die Wärme entweicht sehr schlecht. Unser Haus hat auch Sonnenkollektoren, zwei Holzöfen und einen Wintergarten. Hinzukommt ein grosser reichhaltigen Garten vor unserem Haus, der uns den Sommer hindurch ernährt. Wenn wir in der Winterzeit Gemüse kaufen, dann nur saisonale und regionale Produkte. Diese Werte und Haltungen haben mich sehr geprägt und daher achte ich auch darauf. Mir kommen keine marokkanischen Erdbeeren auf den Tisch und bei eingeflogenen Früchten wie Bananen, nur solche von Max Havellar (faire trade). Beim Einkauf halte ich mich strikte daran. Die Pracht der Natur zu erhalten und meine gewonnenen Erfahrungen, veranlasste mich in meiner Diplomarbeit ein nachhaltiges Gartenprojekt auszuarbeiten. Mir ist es wichtig, diese Werte und Haltungen weiterzugeben. So plante ich ein praxisorientiertes Gartenprojekt, bei dem mit den Kindern zusammen vor dem Schulhaus ein Garten angelegt wird, den die Kinder dann pflegen.

Nicht überall handle ich so nachhaltig und halte mich strikte daran. An was das wohl liegen mag? Diese Woche machte ich eine spannende Erfahrung, in einer eigentlich belanglosen Handlung. Ich war in Haslen, einem abgelegen Ort. Das Postauto fährt am Morgen nur um 8.00 und dann um 13.00 Uhr wieder. Ich hatte um 11.30 Uhr aber einen Termin in Steinegg. Wie komme ich nun dahin, kein Auto und kein Postauto? Also wählte ich noch die dritte Möglichkeit den Publi Car. Ich rief an und wollte reservieren, doch es gab kein freier Termin vor 12.30. So blieb mir nichts anderes übrig, als das Velo zu nehmen. So schlimm? Meine Velotour war schlussendlich wunderschön, alleine durch die Natur zu fahren, die Wiesen und der Alpstein zu betrachten. Ich wollte dies zu Beginn einfach nicht einsehen und eigentlich habe ich so nachhaltig gehandelt, da ich überhaupt keine Abgase produzierte und mich noch sportlich betätigte. Dies wiederspiegelte mir aber, dass wir Menschen schon sehr bequem sind und auf Luxus möglichst nicht verzichten möchten. Etwas zu benützen, das weniger Zeit und eigene Energie beansprucht, ist uns oftmals lieber. Den eigenen Egoismus, der den Luxus liebt, zu überwinden, ist nich immer einfach, aber wertvoll!

Mittwoch, 16. Mai 2007

nachhaltige Erziehung

Es gibt nichts schöneres für mich, als auf einem Berggipfel zu stehen, die frische Luft einzuatmen, die grenzenlose Freiheit zu spüren und im einmaligen Einklang mit der Natur zu sein. Vielleicht ist es deswegen, dass ich mich vielfach um den Abfall dieser Welt kümmere. Vielleicht kommt es daher, dass ich Interesse habe an der nachhaltigen Entwicklung dieser Erde. Ich wünschte mir jeder Mensch auf dieser Welt könnte so fühlen - wir müssen der Natur Sorge tragen, damit die Menschheit ihre Glücksgefühle ausleben kann. Ich möchte damit nicht betonen, dass am Ende wieder der Egoismus siegt, aber wenn die Menschen sich bewusst sind, was Natur alles bedeuten kann, dann hätten wir bestimmt weniger Abfall auf unseren Strassen oder in unseren Haushalten (um speziell unser Blogthema anzusprechen). Weniger Abfall und mehr Natur, dies meint Schönheit, Freiheit, Sonnenlicht, Wärme, Leben und Liebe. Ein perfekt anhaltender Kreislauf welcher von der Natur bestimmt ist und vom Menschen gepflegt werden soll.

Zur Zeit verbringe ich gerade ein Lager mit Kindern zwischen 7 und 13 Jahren über die Auffahrt in der freien Natur. Wir schlafen in Tipis. Der Umgang mit der Natur kommt da stark zum Tragen. Ebenfalls wird mir wieder einmal bewusst, wie viel Einfluss die Eltern in Sachen Abfall und nachhaltiger Entwicklung haben. Es sind die mitgegebenen Werte, welche die Kinder hier ausleben. Bei einigen steht der Naturschutz und die Sorge um andere Lebewesen hoch im Kurs, andere lassen Abfälle stehen und liegen wo sie sich gerade auch immer befinden und wieder andere sammeln Abfallpapiere von ihren "Gspändli" ein und schmeissen sie in den Müll ohne mit der Wimper zu zucken.
In der Schule haben wir als Lehrpersonen einen guten Draht zu einer Erziehung mit nachhaltiger positiver Entwicklung. Die Kinder verstehen! Wir müssen ihnen die Gelegenheit geben dazu. Die Gelegenheit um Schönheit, Freiheit, Sonnenlicht, Wärme, Leben und Liebe zu spüren indem wir ihnen den richtigen ersten Schritt auf ihrem Weg weisen.

Nachhaltiges Handeln - Individualisus und Luxus

Seit ich dieses Modul besuche und jeden Montag erneut zu erschütternden Erkenntnisse komme handle ich v.a. auf Grund diser grausamen Erkenntnisse "nachhaltiger". Klar wusste ich schon vorher vom Ozonloch, von den schmelzenden Gletscher, von dem gefährlichen Feinstaub, von den knappen Resourcen, jedoch wird mir die Notwendigkeit der Achtsamkeit und des nachhaltigen Handelns immer deutlicher augezeigt. Man wird fast zu übergeten Handlungen gezwungen.
Ich habe von meinen Eltern immer gehört und vorgemancht bekommen, wie mit Abfall umzugehen, wie man sich in der Natur verhält, ... . Sicherlich habe ich Dinge von ihnen übernommen ohne mir gross zu überlegen warum man (frau) das so macht. Jetzt, wo ich vermehrt versuche meine Handlungen zu überlegen, wird mir Viele klar.
Seit ich in Rorschach wohne kaufe ich alles Gemüse, Früchte und Eier bei einem Bauern ein, dies aber, weil ich die Bauern der Region unterstützen wollte und die Nahrungsmittel sehr gut schmecken und nicht aus nachhaltiger Überzeugung. Heute denke ich bei diesem Kauf z.B. auch an den nahen Produktionsort, eben an die Nachhaltigkeit, was mich noch mehr überzeugt und veranlasst diesen Bauern zu unterstützen.
Ja, auch ich geniesse die Naur, sie gibt mir unglaublich viel Kraft und Energie. Ein Ort der Stille! Ich denke, dass ich mich in der Natur nachhaltig Verhalte, dass ich mir Mühe gebe "gut" zu handeln.....dies jedoch auch aus egoistischer Sicht. Oft fehlte bei mir die Verbindung: "gut" Handeln - ich tue der Welt, der Naur etwas zu liebe.....viel eher war die Verbindung so: "gut" handlen - dies macht man so, es wäre nicht "gut" wenn ich das auf den Boden schmeissen würde, ich bin "brav". Zurzeit weilen aber die Erkenntnisse so stark in meinem Kopf, dass ich vorallem aus Überzeugung und Notwendigkeit nachhaltig handle.
Eben, ich verhalte mich nachhaltig in der Natur, lösche Lichter, verbrauche möglichst wenig Wasser, achte auf möglichst wenig Abfall und brauche das Auto wenig....aber nie könnte ich mir vorstellen, im November wegen der Umwelt nicht nach Südamerika zu fliegen. Nein, ich verzichte nicht so schnell auf diesen Luxus, dafür bin ich doch zu egoistisch.
Mal sehen, wie lange dieser Individualismus noch möglich ist!

Dienstag, 15. Mai 2007

Verantwortliches Handeln versus Egoismus

Eine traurige Erkenntnis, die ich eben gemacht habe ist, dass ich in den Bereichen am nachhaltigsten handle, in welchen ich von klein auf dazu erzogen wurde. An sonsten werde ich am ehesten zu nachhaltigem Verhalten oder das nachdenken darüber verleitet, wenn ich negative oder abschreckende Beispiele im Alltag erlebe, die mich nachdenklich machen. So habe ich vor drei Tagen einen Jungen beobachtet, der eine Getränkedose auf den Boden geworfen hat. Ich selbst habe gelernt, dass „man das einfach nicht macht“ und bin dementsprechend auch immer sehr entsetzt, wenn ich so etwas sehe. Da ich im Zug sass, als ich das beobachtet habe, konnte ich nicht direkt reagieren. Hätte ich die Situation aber miterlebt, hätte ich noch vor einigen Wochen vermutlich in einer solchen Situation nichts gesagt. Abgesehen von einem entrüsteten Blick, hätte ich nicht reagiert. Dadurch, dass wir aber seit Semesterbeginn das Thema nachhaltige Entwicklung behandeln, wurde ich dazu angehalten über solche Begebenheiten nachzudenken und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. So würde ich heute die Dose aufheben, sie in den Abfall werfen und zum Jungen sagen: „Macht du das zu hause auch?“ Ob dies etwas bewirken könnte, weiss ich nicht. Wichtig ist aber, ihn darauf hinzuweisen, dass seine Umwelt solches Verhalten verurteilt.

Zurück zum nachhaltigen Handeln. Mittlerweile gibt es einige Verhaltensweisen für die ich mich selbst loben kann. Dazu gehört zum Beispiel, dass ich sehr genau darauf achte, woher die Lebensmittel stammen, die ich kaufe, oder dass ich sehr oft in Geschäften einkaufe, denen der Schutz der Umwelt und die angemessene Entlöhnung der Arbeitskräfte am Herzen liegen. Andererseits tue ich auch viele Dinge, die ganz und gar egoistisch sind. So kaufe ich aus Kostengründen meine Kleidung oft bei H&M, obwohl ich genau weiss, dass die Arbeiter in den Kleiderfabriken in Taiwan oder China zu einem Hungerlohn arbeiten und vielleicht sogar Kinder dafür schuften mussten, damit ich ein T-Shirt für 9 Franken 95 bekommen konnte. So ist die Welt und der Mensch mit seinem Gewissen manchmal sehr widersprüchlich!!!

Montag, 14. Mai 2007

Nachhaltiges Handeln im Alltag

Beim Thema Achtsamkeit haben schon verschiedene Berichte ausgesagt, dass nachhaltiges Handeln im Alltag wohl sehr viel mit Prägung in der Kindheit zu tun haben muss. Ich bin überzeugt davon, dass es entscheidend ist, welche Werte ein Kind mitbekommt. Es wird sicher motiviert sein, der Natur Sorge zu tragen, wenn es bereits von klein auf immer wieder auf die Schönheiten der Natur aufmerksam gemacht wurde und wenn die Eltern einen sorgfältigen und bewussten Umgang mit Ressourcen wie Wasser, Lebensmittel oder Strom pflegen. Natürlich ist es möglich, dass sich Werte im Laufe eines Lebens ändern. Jedoch wird dies mit zunehmendem Alter wohl immer schwieriger. Wichtig ist es darum, dass Eltern oder Lehrpersonen ihren Kindern kommunizieren, wieso sie so und nicht anders handeln und wesshalb sie bestimmte Ziele anstreben.

Ich denke, dass ich desshalb motiviert bin, nachhaltig zu handeln, weil ich die Natur liebe und immer wieder über die Schönheiten draussen und die Wunder der Schöpfung staune und mich daran freue. Dies hab ich sicherlich von meinen Eltern gelernt. Auch den sparsamen Umgang mit Ressourcen habe ich zum Glück ein stückweit von zu Hause mitbekommen. Ich denke, kleine Erfolgserlebnisse durch bewussten Verzicht veranlassen einen immer wieder dazu, weiter zu machen, obwohl dies nicht die Welt verbessert. Mich stören solche Aussagen, wie:“ wenn nur ich das mache, nützt es doch nichts, da sollte besser mal die USA….“!

Es sind aber auch die erschreckenden Beispiele, die mir wieder die Augen öffnen. So zum Beispiel Bilder von Gletschern, wie sie vor 10 Jahren (eine kurze Zeitspanne!) aussahen und wie sie jetzt aussehen. Diese Begegnungen machen mir immer wieder Angst und stimmen mich traurig. Natürlich möchte ich nicht, das unsere Nachkommen noch Erschreckenderes erleben müssen und dass ihr Leben eines Tages vielleicht nicht mehr erträglich sein wird, weil sie sich so vor dem Sonnenlicht schützen müssen oder weil es nicht mehr genügend Grundwasser gibt.
Manchmal bin ich natürlich auch zu faul, um nachhaltig zu handeln. Zum Beispiel nehme ich dann halt doch mal das Auto, wenn es in der Garage steht, als dass ich mich mühsam sonst organisiere.

Auch bezüglich nachhaltiges Handeln im Zusammenhang mit Abfalls hab ich mich schon geäussert: Ich bin für das Einkaufen im Dorf und beim Bauern. So kann viel Abfall vermieden werden:
Beim Bauern kann Jogurt im Glas, das zurückgebracht werden kann, gekauft werden, die Milch kann im Kännli abgeholt werden, das Brot in der Stofftasche gekauft werden, das Gemüse und Obst auf dem Markt. Statt Fast food & viel Verpackung frische Saisonprodukte unverpackt!

Freitag, 11. Mai 2007

Unser täglich Papier

Papier ist ein Material, mit dem wir täglich in Berührung kommen. Jeden Tag machen wir uns Notizen auf Blättern, drucken wichtige Inforamtionen aus, lesen aus Zeitungen, Zeitschriften oder Büchern. Das Papier – ein globales Produkt - stellt für uns einen sehr wichtigen Bestandteil dar. Vor allem wir Studenten benutzen es in unserem Studium kilogrammweise. Doch sind wir uns eigentlich bewusst, welcher Aufwand notwendig ist, um Papier herzustellen? Welche globalen Vernetzungen und Probleme damit verbunden sind?

Für die Papierproduktion sind Holz, Wasser und Energie notwendig. Der Rohrstoff Holz ist der zentrale Lieferant. Wälder werden abgeholzt, damit Papier hergestellt werden kann. 20% des weltweit eingeschlagenen Holzes werden zu Papier verwendet. Die Abholzung findet natürlich nicht in unseren Regionen statt, sondern, in Indonesien, Malaysia, Bruma aber auch auf dem afrikanischen und südamerikanischen Kontinent. Es gibt eine hohe Nachfrage seitens der entwickelten Länder. 20% der Weltbevölkerung nehmen 80% der weltweiten Papierproduktion in Anspruch. In Deutschland zum Beispiel konsumieren die Menschen so viel Papier wie der gesamte afrikanische und südamerikanische Kontinent zusammen. Jeder Mensch in Deutschland verbraucht pro Jahr etwa 240 Kilogramm Papier. Eine extrem einseitige Nutzung, die bewirkt, dass wertvolle Wälder der Säge zum Opfer fallen. Die Holzindustrie macht den Menschen ihr Land streitig und zerstört traditionelle Lebensweisen. Die Zerstörung der Wälder ist ganz klar mit unserer Papiernachfrage verbunden. Weiter wird bei der Papierherstellung Energie verbaucht und so kommt es zu umweltbelastenden Emissionen in Wasser und Atmosphäre. Auch die Altpapierdeponien sind zu einem grossen Teil aufgefüllt und führen zu einer Belastung des Bodens.

Dem können wir entgegenwirken, indem wir auf einen angemessenen Papierverbrauch achten (Doppelseitiger Ausdruck, einseitige beschriebene Blätter nochmals verwenden) und Recyclingpapier verwenden. Folgende Argumente sprechen dafür:

- Zur Produktion von Frischfasernpapieren (weisses) wird das benötigte Holz grösstenteils aus bedrohten Urwaldgebieten gewonnen. Recyclingpapier hingegen benötigt nur einen geringen Anteil.

- Die Reduzierung der Abholzung trägt zu einer Verringerung von Treibhauseffekt sowie von der Versauerung der Böden bei.

- Die Herstellung von Altpapierrohstoff ist bedeutend umweltverträglicher:

Für 1 t frischen Zellstoff werden 115l Wasser und 3.300 kWh Strom benötigt.
Für 1 t Altpapierrohstoff nur 16l Wasser und 1.300 kWh Strom.

-->Die Wiederverwendung von Altpapier verringert den Rohrstoffbedarf, Energieverbrauch und Emissionen.

Das Material Papier steht auch in engen Zusammenhang mit unserem Webblogthema Abfall. Die aufgeführten Vernetzungen zeigen auf, dass Altpapier ein wichtiger Rohrstoff ist, dergesammelt und wiederverwendet werden soll. Ich nehme mir diese Erkenntnisse zu Herzen und werde darauf achten. Denn so kann ich nachhaltig Handeln. Aber meiner Meinung nach sollten auch grössere Institutionen, wie Schulen, Büros, Verwaltungen, Hochschulen und Universitäten auf Recyclingpapier umstellen. An diesen Orten wird Papier tonnenweise verbraucht. Durch diese Umsetzung würde die Nachfrage nach Frischfaserpapier sinken und weniger Holz würde abgeholzt. Also auch ein kleiner Aufruf an die PHR: Skript nur noch doppelseitig und auf Recyclingpapier zu kopieren!

Donnerstag, 10. Mai 2007

Verschiedene Arten von Vernetzungen

Diese Woche habe ich immer wieder an unser Bloggthema gedacht. Jene Gedanken, die ich gehabt habe, finde ich in den vielen vers. Bloggs der PHR-Studis wieder. Es war wirklich spannend diese Posts zu lesen und die Vernetzung zu erfahren. Leider steckt bei dieser Vernetzung immer auch viel Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten dahinter. Z. B. denke ich oft: " wie ist dies nur möglich, dass ich beim Starbucks 7.- auf die Theke lege und der Bohnenproduzent nur wenige Rappen davon abbekommt, obwohl er der Hauptfaktor in dieser Vernetzung ist??!!"

Bei den gelesenen Posts fand ich zwei verschieden Arten von Posts.
Einerseits gibt es die Vernetzung, die von dem Produzenten über viele andere Arbeitenden bis zum Verbraucher geht (z.B. Caffee-Vernetzung) Dabei kann man sich die Vernetzung wie eine Eisenbahnstrecke vorstellen. Von A zu Z mit verschiedenen Stopps (c,d,e,...). Vielleicht geht mal die Eisenbahn rückwärts (wenn der Verbraucher nicht zufrieden ist und das Produkt wieder in den Einkaufsladen zurück geht, dort viellicht geht das Produkt zurück zum Hersteller....ich denke gerade an Computer oder Kleider), aber meistens geht sie von A bis Z. Ich denke, dies ist bei den meisten Produkten so.
Andererseits gibt es die Vernetzung, die aussieht wie ein Spinnennetz oder aktive Neuronen im Gehirn, welche netzartig aktiv sind. Alle funktionieren zusammen. Eine Interaktion. Dabei denke ich an die öffentlichen Dienstleistungen, welche oft nur mit gleichzeitig arbeitenden Menschen funktioneren kann. Rückmeldung, Zusammenarbeit, direkte und indirekte gegenseitige Abhängigkeit....usw. Da geht die Vernetzung nicht von A bis Z sondern sie ist wild durcheinander.

Dienstag, 8. Mai 2007

Kaffee, der obligate Start in den Tag

Ohne Kaffe startet ein Tag für mich eher schlecht. An der Schule greif ich auch oft auf dieses angebliche Wundermittel zurück, wenn Motivation und Energie mich verlassen. Bis das braune Gebräu aber in meiner Tasse schwimmt, ist an den unterschiedlichsten Orten auf dieser Welt dafür gearbeitet worden. Der Kaffeefarmer, beispielsweise aus Guatemala, wählt zuerst jede Bohne einzel aus. Für ein Pfund Kaffee werden ca.80 Pfund Bohnen benötigt.
Zuerst wird die Frucht von der Kaffeebohne entfernt. Eine Maschine streift die Haut und die
äußere Schicht vom Fruchtfleisch ab. Dann werden die Bohnen, immer noch umgeben von
weichem Mark und einer dünnen Pergamenthülle, für 24 bis 72 Stunden in einen Fermentationstankweitergeleitet. Dieser Prozess löst das restliche Fruchtfleisch von der Kaffeebohne. Die Bohnen werden nun auf einer großen Fläche ausgebreitet, um in der Sonne zu trocknen. Nach dem Trocknungsvorgang wird in einem letzten Verarbeitungsschritt die Pergamenthülle entfernt.Anschließend werden die Bohnen, sowohl per Hand als auch maschinell, gewissenhaft sortiert, um mangelhafte Früchte zu entfernen. Sie werden nach Größe und Qualität geordnet, in Säcke verpackt und für den Verkauf und Export bereitgestellt.

Damit wir hier in der Schweiz zum Beispiel bei Starbucks einen feinen Cappucciono geniessen können, arbeiten die Kaffebohnenpflücker(natürlich auch immer die weibliche Form davon), der Kaffeefarmer, der Kaffeverwalter, der Kaffeeröster, der Kaffee-Agrarwissenschafter, die Verpackungsverantwortlichen, der Kaffeeexporteur, die Chaffeure des Transports, der Pilot, die Flugzeugcrew, die Zollbeamten, die Lageristen, der Kaffeeeinkäufer von Starbucks, wieder Chauffeure, die Leute hinter der Theke, die Geschirrwäscher und das Reinigungspersonal, das den Coffee-Shop reinigt, hart. Sicherlich sind noch einige Menschen, die ebenfalls in dem Prozess mitarbeiten, vergessen gegangen. All dieses aufgezählten Leute aber führen ganz unterschiedliche Leben. Die ersten leben in materieller Armut, werden oft von ihren Arbeitgebern ausgenutzt. Das Arm-Reichgefälle in den Produktionsländern ist meist gross. Anders dann bei uns, wo wir uns den Luxus eines nicht zum Überleben notwendigen Kaffees fast jederzeit gönnen können. Einerseits sind die Pflücker darauf angewiesen, dass wir hier Kaffe trinken und ihnen so Arbeit ermöglichen. Anderseits könnten wir uns schon etwas mehr überlegen, welchen Kaffee wir kaufen und ob wir nicht noch viel konsequenter auf Fair-trade-Produkte achten müssten und lieber ein wenig mehr bezahlen und hoffen, dass dieser Betrag dann auch wirklich den Leuten am Anfang der Kette zu gute kommt.

Unser Bloggthema Abfall ist eng mit unserem täglichen Leben verbunden. Jeden Tag produziert jeder und jede von uns Abfall aller Art. Vom Kaaffeesack über die Zuckerverpackung, die Orangenschale, das voll geschriebene Papier, die gelesene Zeitung bis zur Zahnpastatube. Dieser Fact wurde in unseren Bloggs schon mehrmals behandelt.

Die Teile eines Bahnwagens

Ich und unzählige weitere Menschen nutzen täglich das öffentliche Verkehrsnetz der Schweiz. Die SBB muss dafür das Schienennetz verlegen und in Stand halten. Sie muss Wägen und Lokomotiven kaufen und Personal für die Instandhaltung, Kontrolle und Bedienung der Kunden einstellen und bezahlen. Sie benötigt ausserdem einen zuverlässigen Stromproduzenten, der Tag und Nacht den Bedarf an elektrischer Energie bereitstellen kann, um das Bahnnetz zu betreiben. Bahnhöfe müssen errichtet und betreut werden und das Personal der Bahngesellschaft muss eingestellt, bezahlt und ausgebildet werden.

Gerade wird mir bewusst, was alles nötig ist, um diese Dienstleistung bereit zu stellen. Es braucht eine riesige Leistung alle Vorgänge zu Koordinieren und die Informationen an einem Ort zusammenlaufen zu lassen. Umso erstaunlicher wird die ganze Situation, wenn man nun zu überlegen beginnt, was es braucht, um nur schon einen einzelnen Bahnwagen herzustellen. So ein Wagen besteht aus einem Fahrwerk aus Metall, den Aussenwänden und der ganzen Innenausstattung. All diese Teile werden wahrscheinlich von unterschiedlichen inn- und ausländischen Produzenten hergestellt und zusammengefügt. Der Bahnwagen gelangt von einer Produktionsstätte zu nächsten, bis er schliesslich auf den Schienen durch die Schweiz rollt.

All das, damit ich jeden morgen bequem und pünktlich in Rorschach an der PHR erscheinen kann!!!

Der hier beschriebene Bahnwagen ist nur ein Einzelelement unserer materialistischen Welt. Beginnt man einmal zu überlegen, wie es möglich ist, all die Dinge unseres Alltags überhaupt bereitzustellen, beginnt einem beinahe der Kopf zu rauchen.

Montag, 7. Mai 2007

Auf den Spuren des orangenen Saftes



Die preiswerte Verfügbarkeit des brasilianischen Orangensaftkonzentrats hängt mit den niedrigen Löhnen der SaisonarbeiterInnen und den sozialen Bedingungen zusammen. Bauern unterhalten ihre Orangenplantagen auf dem Land und verdienen daran fast gar nichts. Die Pflückerinnen gewinnen bei einer täglichen Spitzenleistung von 70 Kisten (knapp 2 Tonnen Orangen) einen Tagelohn von ca. 11 Euro. Viele PflückerInnen erreichen diese Tagesleistung aber nicht und verdienen deutlich weniger. Der staatlich festgelegte monatliche Mindestlohn von 117 Euro gilt als absolut unzureichend, da die PlückerInnen oft nur ein festes Einkommen während der Erntesaison haben. Nach Angaben der Gewerkschaften müssten die SaisonarbeiterInnen mindestens 15,75 Euro am Tag verdienen, um den Lebensunterhalt einer Familie bestreiten zu können.

Der Marktwert der geernteten und direkt zu den Pressereien gelieferten Orangen macht ebenfalls nur ca. 10% des tatsächlichen Verkaufspreises des Endproduktes aus. Der grösste Kostenanteil, also rund 80%, liegt bei der industriellen Verarbeitung, beim Transport und vor allem der Vermarktung in Europa. In diesen Bereichen sind die tatsächlich anfallenden Gewinnspannen zu suchen.


Von der Entstehung der Orange bis zum reinen Orangensaft in unserem Glas stehen vielschichtige Arbeiten an und die Entlöhnung aller Arbeiten ist wie bei so manchen Importprodukten sehr ungerecht verteilt. Weiter interessante Facts sind auch, dass weltweit jährlich über 2 Mio Tonnen Orangensaftkonzentrat auf dem Weltmarkt verkauft werden. Aus einer Tonne Konzentrat, für die ca. 11'500 kg Orangen nötig sind, lassen sich 4'000 Liter Orangensaft herstellen. Der grösste Produzent ist Brasilien, gefolgt von den USA. Ihr Anteil an der weltweiten Produktion liegt bei 80%. Wir sind also auch beim Orangensafttrinken auf unsere Freunde aus dem Westen angewiesen – Wie schön, dass ich da sagen kann: „Der Orangensaft bekommt mir und meinem Magen nicht besonders gut!“

Sonntag, 6. Mai 2007

Liebe Studierende,

ich möchte mich hiermit zum ersten Mal an ihren angeregten Diskussionen beteiligen. Ich bin beeindruckt von Ihren Posts und Kommentaren. Die Fülle und Ausführlichkeit verschiedener Meinungen freut mich. Ihre Posts sind gefüllt mit eigenen Erfahrungen - auch ganz persönlichen -, Gedanken und konkreten Informationen, die Anlass zum weiterdenken und nachfragen geben. Ich möchte mich in diesem ersten Post auch zu dem einen oder anderen Punkt äussern:

In einem der Posts habe ich die Frage gelesen, was die Dozierenden wohl genau mit dem Achtsamkeitsauftrag bezwecken. Geht es darum, die Zeit bis zum Sommer an der PHR zu geniessen, von den Modulen zu profitieren – also meine Jetzt ganz bewusst wahrnehmen; oder stärker um die Frage, wie wir uns gegenüber der menschlichen und nichtmenschlichen Natur verhalten... wohl um beides. Achtsamkeit bedeutet für mich, aufmerksam, bewusst und ganzheitlich meine Umgebung wahrzunehmen, von ihr zu lernen, sie vielleicht verändern wollen. Und hier gehören durchaus beide angesprochenen Bereiche dazu... es darf auch um mich als Person gehen. Freundschaften an der PHR zu geniessen, spannende Inhalte vertiefen, sich auf etwas freuen... die Haltung der Achtsamkeit also versuchen immer mehr zu einer Lebenshaltung und –einstellung zu machen. Somit können wir Achtsamkeit auch als etwas Erlernbares bezeichnen.

Thema Abfall: in mehreren Ihrer Blogs beschreiben Sie, wie viel Abfall eigentlich täglich produziert wird. Allein an der PHR fallen täglich grosse Mengen Papier-, CD-, Essensabfälle an. Wir haben die Möglichkeit, und die PHR versucht dies auch, solche Abfälle zu recyceln.

Beim täglichen Einkauf stelle ich fest, dass zahlreiche Produkte unnötig aufwändig verpackt sind (Negativbsp.: Tropenfrüchte in der Migros).. ein anderes Bsp. sind die Nespressomaschinen. Mittlerweile gibt’s praktisch keine normalen Pulver-Kolbenmaschinen mehr auf dem Markt. Nespresso mit seinen Kapselmaschinen ist der grosse Gewinner um Kaffemaschinenkunden. Die Firma wirbt zwar damit, die Kapseln zu trennen (Alu wird wiederverwertet, Kaffepulver zur Dünung verwendet) – nur, Recycling alleine reicht nicht. In diesem Fall wäre wohl Vermeidung die bessere Möglichkeit, da die Herstellung der Kapseln ja schliesslich wiederum sehr viel Energie benötigt und somit Abfall (CO2 usw.) ausgestossen wird. Letztes Jahr verkaufte Nespresso 3 Milliarden Kaffeekapseln. Man rechnet mit 2500 Tonnen Aluminium der im Müll landete, weil die Kapseln von vielen Konsumenten nicht fachgerecht entsorgt werden... Luxusmüll also!

Bis zum nächsten Mal, freundliche Grüsse, Michael Zahner

Donnerstag, 3. Mai 2007

Achtsamkeit - Ein Teil unseres alltäglichen Lebens?

Gestresst geht man durch die Stadt oder läuft am Morgen möglichst schnell zum Bahnhof, ohne gross herumzuschauen. Einfach geradeaus ans Ziel und ohne grossen Zeitverlust! Die Achtsamkeit ist in unserem hektischen Alltag stark zurückgewichen, schnell vergessen und manchmal verliert sie ihren Anteil am Alltag ganz. Doch ist dies die richtige Lebensweise, die Mitmenschen oder die Natur einfach nicht zu beachten? Die Tatsache einfach auszuschliessen, dass der Mensch in Wechselbeziehungen zu Menschen oder der Natur steht? Ist es notwendig achtsam wahrzunehmen und zu werden? Was erreicht man damit?

DIE ACHTSAMKEIT

Die Augen öffnen
Beobachten
Die Ohren öffnen
Lauschen
Die Hände ausstrecken
Fühlen
Den Mund öffnen
Schmecken

Die Umwelt wahrnehmen
Herumschauen
Zeit dafür haben

Meiner Meinung nach ist die Achtsamkeit ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Durch achtsames Wahrnehmen setzen wir uns mit unserer Umwelt auseinander, werden angehalten über gewisse Sachen oder Probleme nachzudenken. Nur wenn wir achtsam sind, beginnen wir Verantwortung unserem Umfeld gegenüber, ob Mensch, Tier oder Natur zu übernehmen. Wir sind uns so bewusst, dass wir ein Teil von ihr sind und abhängig voneinander. Daher ist es wichtig, die Achtsamkeit nicht zu vergessen. Zeit dafür zu nehmen, ist wichtig. Durch sie kann man wieder zu ganz neuen Einsichten kommen und man lernt die Pracht der Natur zu schätzen, die einem auch Kraft verleiht.

In den letzten Wochen ging ich viel aufmerksamer durch die Strassen, nahm verschiedene kleine Sachen wahr. Zurzeit bin ich sehr achtsam. Denn meine Diplomarbeit, in der ich ein Gartenprojekt für die Schule ausarbeitete und dieses Modul öffneten mir meine Augen. Der Umgang mit der Natur ist mir sehr wichtig geworden und ich achte besonders darauf, dass man artgerecht mit der Umwelt umgeht. Die Verschmutzung der Umwelt finde ich sehr abscheuden und kann es nicht verstehen, wenn Leute ihren Abfall einfach auf der Strasse liegen lassen. Heute las ich in der Zeitung einen interessanten Artikel zur Abfallentsorgung an Bahnhöfen. Das neue Recycling-Pilotprojekt, das am St.Galler Bahnhof ausprobiert wird, beeindruckte mich. Sammelinseln mit Behältern für Glas, PET, Alu und Papier wurden aufgestellt. Die Leute sind nun aufgefordert die Entsorgung ihres Abfalls selbst vorzunehmen, ihre Redbulldose also direkt nach dem Aussteigen im Alucontainer zu entsorgen. Dieses Projekt zeigt mir, dass es grossen Firmen wie der SBB ein Anliegen ist, die Leute auf die grosse Abfallmenge aufmerksam zu machen und sie anzuhalten, Abfall richtig zu entsorgen. Die SBB hat ihre Achtsamkeit auf das Problem des Abfalls ausgerichtet und möchte dort Verbesserungen erreichen. Die Achtsamkeit einige Zeit auf eine Sache zu beschränken, finde ich nicht schlecht. Danach ist es wichtig, sie wieder auszuweiten und weitere Aspekte wahrzunehmen, zu erkennen und achtsam daran zu arbeiten.

Achtsamkeit - viele Perspektiven

Als ich den Wochenimpuls gelesen hatte, überlegte ich mir, was ACHTSAMKEIT überhaupt heisst. Warum geben uns die Dozenten einen solchen Auftrag, was wollen sie damit erreichen? Viele Fragen kamen auf.
Am nächsten Tag schlug ich auf Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeit) nach, ich wollte wissen, was dieses grosse Wort überhaupt genau bedeutet.

hier einen Auszug davon:

Achtsamkeit ist die Anwendung der vollen Konzentration auf die Wahrnehmung.

Im Buddhismus hat die Achtsamkeit (= sati (Pali), smriti (Sanskrit)) einen zentralen Stellenwert: Achtsam sein bedeutet, ganz in der Gegenwart, im Hier und Jetzt zu sein und sich seiner Gefühle, Gedanken und Handlungen in jedem Augenblick voll bewusst zu sein (reine Wahrnehmung der Fülle, die sich im Augenblick bündelt, ohne sie zu beurteilen, einfach nur als Zeuge in sich ruhend).

mhhh, als ich diesen Abschnitt gelesen hatte, war mir klar, dass diese Aufgabe -Achtsamkeit in unserem Alltag - wohl kein einfaches Unterfangen wird. Vor allem an der PHR, ich meine, wir Studierenden (über-)leben momentan einfach nur für die Zukunft. Der Unterricht, die Gespräche und unsere Gedanken spielen wohl sehr oft mit "was und wie wird es wohl im Sommer aussehen". Wir beklagen uns nicht wenig, wie viel Aufgaben wir bis im Juli noch zu erledigen haben usw.
Zu oft vergessen wir aber, dass unser Leben in der Gegenwart abspielt, im hier und jetzt - eben in der Gegenwart und nicht in der ungewissen Zukunft!
Wäre es nicht angebrachter wir würden die verantwortungslose Zeit in der PHR geniessen, von den einzelnen Modulen profitieren (auch wenn sie für die nahe Zukunft irelevant sind), das geniale Gebäude würdigen, das Wetter geniessen, usw. Wenn wir ständig in die Zukunft blicken, verpassen wir einiges, denn das Leben findet im Jetzt statt.

Ich glaube aber kaum, dass die M&U Dozenten, diese Gedanken und Erkenntnisse erzeugen wollten. Viel eher, denke ich, wollten sie die Wahrnehmung auf die Umwelt und das eigene Handeln richten. Dies gelang mir nur vereinzelt. Nur dann, wenn ich keine Mitmenschen um mich hatte und wenn ich mir genügend Zeit nahm. Mir fiel auf, dass ich wohl meine Konzentration und Wahrnehmung auf etwas richten kann, jedoch fing ich gleich an zu werten, zu kategorisieren. (siehe oben in der Definition des Wikis: reine Wahrnehmung der Fülle, die sich im Augenblick bündelt, ohne sie zu beurteilen, einfach nur als Zeuge in sich ruhend). Gerne würde ich für einmal in einer solchen Gesellschaft leben, wo stark achtsam lebt. Sicherlich könnte unserer westliche Welt einiges davon lernen.

Dienstag, 1. Mai 2007

zu Grossmutters Zeiten

Achtsamkeit ist für mich ein Wert, den ich schon früh in meiner Familie mitbekommen habe. Meine Grossmutter war für mich immer eine Person, die alles ordentlich, sauber und schön gemacht hat. Sie hat in einer Zeit gelebt, in der Achtsamkeit noch einen viel höheren Stellenwert hatte. Dies war bedingt durch die Lebensumstände. Sie hat die Weltwirtschaftskrise und den zweiten Weltkrieg miterlebt. Damals war es wichtig Esswaren gut zu verwenden und haltbar zu machen, sowie mit Kleidung und Gebrauchsgegenständen vorsichtig umzugehen. Man konnte es sich nicht leisten, für jedes Kind neue Kleidung zu kaufen oder mehr als ein Sonntagskleid zu haben. Alles wurde geflickt und von den jüngeren Geschwistern nachgetragen. Dieses Verhalten steht im krassen Gegensatz zur heutigen Gesellschaft. Ich beispielsweise trage kaum eine Hose länger als drei Jahre und das nicht nur auf Grund der Mode. Meist sind die Kleidungsstücke dann auch nicht mehr schön oder sind beschädigt. Die Modehäuser sind nicht daran interessiert langfristige Mode zu produzieren. Die Qualität ist niedrig, wie auch der Preis! Diese Entwicklung ist sehr bedenklich, da sie doch unser Denken und das unserer Kinder prägt. Ich zumindest habe es noch erlebt, dass Kleidungsstücke geflickt werden, man Schuhe regelmässig pflegen muss und das Geschenkpapier an Weihnachten gesammelt und wieder verwendet wurde. Dieses Verhalten hatte für mich Vorbildwirkung.Ich denke, dass Achtsamkeit etwas ist, das man früh lernen muss. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Das ist zugegebener Weise eine sehr pessimistische Sichtweise, doch wurde mir diese im Kindergarten bzw. in der Unterstufe immer wieder bestätigt. Wenn Kinder zu hause nicht gelernt haben achtsam mit Gegenständen, Menschen, Tieren und der Natur umzugehen, ist dies schwer nachzuholen. In den vorschulischen Einrichtungen und der Primarschule kann dies noch möglich sein. Später wird es aber immer schwieriger. Gerade deshalb ist es nötig, dass wir als Lehrpersonen diesen Wert vorzuleben versuchen, indem wir beispielsweise Mülltrennung machen (Kompost, Altpapier) oder die Kinder anhalten sorgfältig mit Spielsachen und Lehrmitteln umzugehen. Ich denke das wichtigste ist, dass man als Lehrperson seine Vorbildfunktion wahr nimmt!

Katharina Enz, LG 04 E