Ohne Kaffe startet ein Tag für mich eher schlecht. An der Schule greif ich auch oft auf dieses angebliche Wundermittel zurück, wenn Motivation und Energie mich verlassen. Bis das braune Gebräu aber in meiner Tasse schwimmt, ist an den unterschiedlichsten Orten auf dieser Welt dafür gearbeitet worden. Der Kaffeefarmer, beispielsweise aus Guatemala, wählt zuerst jede Bohne einzel aus. Für ein Pfund Kaffee werden ca.80 Pfund Bohnen benötigt.
Zuerst wird die Frucht von der Kaffeebohne entfernt. Eine Maschine streift die Haut und die
äußere Schicht vom Fruchtfleisch ab. Dann werden die Bohnen, immer noch umgeben von
weichem Mark und einer dünnen Pergamenthülle, für 24 bis 72 Stunden in einen Fermentationstankweitergeleitet. Dieser Prozess löst das restliche Fruchtfleisch von der Kaffeebohne. Die Bohnen werden nun auf einer großen Fläche ausgebreitet, um in der Sonne zu trocknen. Nach dem Trocknungsvorgang wird in einem letzten Verarbeitungsschritt die Pergamenthülle entfernt.Anschließend werden die Bohnen, sowohl per Hand als auch maschinell, gewissenhaft sortiert, um mangelhafte Früchte zu entfernen. Sie werden nach Größe und Qualität geordnet, in Säcke verpackt und für den Verkauf und Export bereitgestellt.
Damit wir hier in der Schweiz zum Beispiel bei Starbucks einen feinen Cappucciono geniessen können, arbeiten die Kaffebohnenpflücker(natürlich auch immer die weibliche Form davon), der Kaffeefarmer, der Kaffeverwalter, der Kaffeeröster, der Kaffee-Agrarwissenschafter, die Verpackungsverantwortlichen, der Kaffeeexporteur, die Chaffeure des Transports, der Pilot, die Flugzeugcrew, die Zollbeamten, die Lageristen, der Kaffeeeinkäufer von Starbucks, wieder Chauffeure, die Leute hinter der Theke, die Geschirrwäscher und das Reinigungspersonal, das den Coffee-Shop reinigt, hart. Sicherlich sind noch einige Menschen, die ebenfalls in dem Prozess mitarbeiten, vergessen gegangen. All dieses aufgezählten Leute aber führen ganz unterschiedliche Leben. Die ersten leben in materieller Armut, werden oft von ihren Arbeitgebern ausgenutzt. Das Arm-Reichgefälle in den Produktionsländern ist meist gross. Anders dann bei uns, wo wir uns den Luxus eines nicht zum Überleben notwendigen Kaffees fast jederzeit gönnen können. Einerseits sind die Pflücker darauf angewiesen, dass wir hier Kaffe trinken und ihnen so Arbeit ermöglichen. Anderseits könnten wir uns schon etwas mehr überlegen, welchen Kaffee wir kaufen und ob wir nicht noch viel konsequenter auf Fair-trade-Produkte achten müssten und lieber ein wenig mehr bezahlen und hoffen, dass dieser Betrag dann auch wirklich den Leuten am Anfang der Kette zu gute kommt.
Unser Bloggthema Abfall ist eng mit unserem täglichen Leben verbunden. Jeden Tag produziert jeder und jede von uns Abfall aller Art. Vom Kaaffeesack über die Zuckerverpackung, die Orangenschale, das voll geschriebene Papier, die gelesene Zeitung bis zur Zahnpastatube. Dieser Fact wurde in unseren Bloggs schon mehrmals behandelt.
Dienstag, 8. Mai 2007
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4 Kommentare:
Da ich (noch) kein Kaffeetrinker bin, kann ich deine Gedankenfolgen nur theoretisch nachvollziehen.
Jedoch ist mir zum Thema Abfall gerade heute etwas aufgefallen: Der Kanton Thurgau führt als erster Ostschweizerkanton ein Littering-Gesetz ein. Leute, die ihre Petflasche auf einem Parkbänkli liegen oder das Schoggipapierli zu Boden fallen lassen, werden mit einer Geldbusse bestraft. Mich nimmt die Nachwirkung dieses Gesetz wunder. Verändert es im Bewusstsein der Menschen etwas? Die Begründung der Gesetzeinführung ist nämlich, dass die Gemeinde keine Lust hat, ihre Leute den Abfall von den Bewohnern wegräumen zu lassen (womit wir wieder beim Thema Vernetzungen sind). Da ich gerade an der Grenze St.Gallen - Thurgau wohne, kann ich mal austesten, wie wirkungsvoll dieses Gesetz ist. Ist es auch nachhaltig? Oder wird diese neue Regelung gar nicht gross beachtet, wie etwa das Rauchverbot in öffentlichen Räumen Frankreichs, das auch überhaupt nicht befolgt wird (Quelle: Kollegin vor Ort).
Carmen Merz, LG 04 A
Ich finde es sehr spannend, hast du die ausführliche Geschichte des Kaffees aufgezeigt. Ich wusste nämlich nicht, wie dieser Prozess ausschaut. Ich bin überrascht, wie viel Arbeit dahinter steckt. Trinken wir einen Kaffee, denkt wahrscheinlich niemand von uns daran, wie der Kaffee eigentlich entstanden ist. Aber das ist praktisch bei allem so, was wir essen und trinken. Wir setzen uns nicht damit auseinander, wie die Produkte entstanden sind. Dies wäre aber bestimmt bei vielen Produkten spannend.
Séverine Zogg LG A
Ich denke man ist sich bei vielem überhaupt nicht bewusst, wie weit der Weg ist ... Aus diesem Grund, denke ich, wurde auch der Auftrag so an uns gestellt. man sollte sich bewusst werden, welche Wege unsere Produkte zurücklegen. Ich wusste auch nicht, wie aufwändig der Weg des Kaffee ist, bis ich einen Film darüber gesehen habe. Ich habe dadurch bei fast jeder Tasse Kaffee an diesen langen Weg gedacht. Dadurch trinkt man den Kaffe auf andere Weise und kauft vielleicht auch bewusster eine umweltschonende/nachhaltige Kaffeesorte ein.
Nicole Leuch LG04B
hallo änki
dein blogg hat mich wieder mal schwer beeindruckt. Ist eingentlich verrückt wieviele leute an einer tasse caffe arbeiten. Okay, dies treibt die Wirtschaft an, viele Leute können arbeiten und ihr Leben damit sichern. Da kommen mir zwei Punkte in den Sinn. Die Ungerechtigkeit, wie der Gewinn ausfällt, ist schon ziemlich krass.....immer wieder denke ich daran und dies stimmt mich häufig traurig.
.... und wenn ich einen Cappucio trinke, denke ich kaum an alle Mitbeteiligten, höchstens an die Verkäuferin in der PHR oder an die Cafeemaschine, aber selten denke ich an die anderen Beteiligten.....muss ich mehr tun....vielleicht würde das mein konsumverhatlen ändern! Versuch!
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