Montag, 23. April 2007

Wein mit radioaktivem Nachgeschmack vor unserer Haustüre?



Eine idyllische Landschaft - Das Zürcher Oberland verleitet so manchen Naturfreund sich in der Ruhe ein paar Stunden Erholung zu gönnen. Doch wie sieht es eigentlich einige Meter unter der Erdoberfläche aus? Forscher der Nagra (Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) wissen, dass dieses Gebiet äußerst spannend ist, um in der nahen Zukunft ein Endlager für radioaktiven Abfall einzurichten. Das Endlager soll sich in einer Tiefe zwischen 600 bis 700 Meter unter der Erdoberfläche befinden. Experten sind sich einig, dass sich unterhalb der schönen Weinreben Opalinuston befindet. Gemäss der Nagra wird bestätigt, dass der Ton eine geringe Wasserdurchlässigkeit garantiert, dies wiederum stellt eine Zurückhaltung von strahlenden Isotopen sicher. Für den radioaktiven Abfall bedeutet dies eine Zeitgewinnung von ca. hunderttausend Jahren. Und dann? Sollte das Wasser zu den radioaktiven Stoffen durchsickern, kann es solche herauslösen und diese können dann unmittelbar ins Grundwasser gelangen.

Solche Informationen (hier aus dem Tagesanzeiger) machen uns Angst. Sie konfrontieren uns oftmals mit wahren Begebenheiten, welche wir häufig gar nicht sehen wollen. Oder wer möchte auf seinem herrlichen Sonntagsspaziergang schon mit der Frage konfrontiert werden, ob der radioaktive Abfall unter seinen Füssen auch sicher gelagert ist? Oder ob der Wein auf der Sonnenterrasse nicht doch einen radioaktiven Nachgeschmack mit sich trägt?

Trotzdem müssen wir Vertrauen haben in die Personen und Organisationen, welche sich tagtäglich mit solchen Projekten, Messungen und Forschungen auseinandersetzen. Denn; ist es nicht ein gemeinsames Ziel positive Entwicklungen abzuleiten für ein funktionierendes ökologisches sowie ökonomisches aber auch soziales System? Die Welt ist nicht nur am Sterben, sie lebt und wir lernen jeden Tag mit ihren neuen Veränderungen umzugehen.

4 Kommentare:

monui hat gesagt…

Deinen Text fand ich wahnsinnig spannend und erschreckend zugleich. Jeden Tag stehen wir auf, machen vielleicht eine schöne Wanderung, nehmen aber gar nicht wahr, welche Veränderungen sich um uns, neben uns, unter uns, oder sogar über uns abspielen. Teilweise ist Unwissen ein Schutz, der uns jedoch nicht vor dessen Folgen (die schwerwiegend sein können) bewahrt. Wie du geschrieben hast, nehmen sich Experten diesen kritischen Situtionen an und behalten diese im Auge. Das ist auch gut so, man kann sich ja schliesslich nicht für alles interessieren und einsetzen. Dennoch wünsche ich mir, dass die Menschheit lernt bewusster zu leben und Fragen der nachhaltigen Entwicklung ernster gewichtet als Anliegen der Ökonmie, sprich übermässiges Wirtschaftswachstum.

sb hat gesagt…

Ich bin ebenfalls beim Lesen deines Textes nachdenklich geworden. Wir leben, nehmen unsere Welt wahr und wissen manchmal gar nicht, was um uns herum wirklich alles passiert. Schön finde ich, wie positiv du den Artikel abschliesst... Meist sehen wir nur das Schlechte oder Negative und versuchen dies zu ändern. Das ist auch wichtig und notwendig, doch sollten wir das Schöne und Positive an unserer Welt auch beachten und vorallem geniessen!

corina hat gesagt…

Erschreckende Informationen, über die du in deinem Text schreibst. Dieser Artikel berichtet über radioaktiven Abfall, also Abfall, der nicht abgebaut werden kann und einfach so unter die Erde, wenn möglich noch unter den eher wasserundurchlässigen Lehmboden geschoben wird. Diese Tatsache, dass Abfall so entsorgt wird, macht mich sehr wütend und zugleich nachdenklich. Wer lässt es zu, dass radioaktiver Abfall so entsorgt wird? Tragen wir dabei auch Schuld?
Wie du auch sagst, geht dieses Thema in unserem Alltag oft unter. Dass sich Experten um diese kritische Situation kümmern, finde ich angebracht. Trotdem bin ich der Meinung, dass wir nicht einfach leben und uns nicht mit solchen Themen auseinendersetzen. Fragen der nachhaltigen Entwicklung mehr zu gewichten, würde ich sehr wünschenswert finden.

katrein hat gesagt…

liebe maria. wirklich erschreckend auf was du da gestossen bist. Doch finde ich, dass du es in sehr guter weise dargestellt hast. solche informationen sind natürlich bedenklich und man ist versucht, solches Handeln einfach zu verurteilen. wichtig finde ich aber auch zu bedenken, dass wir erst auf ein problem aufmerksam werden, wenn es unser unmittelbares leben bedroht. wir wollen eine zuverlässige stromversorgung, immer mobil sein und jede form von abfall soll aus unsern augen verschwinden. meist interessiert es uns wenig, was mit diesem abfall geschieht. wenn dann aber jemand das mal anspricht, sind alle entrüstet. ich finde es wichtig dieses spannungsfeld zu bedenken. an dieser stelle ein dankeschön an die Leute, die sich mit solchen problem befassen und versuchen möglichst optimale lösungen zur entsorgung vom dreck unserer gesellschaft zu finden!