Wir sind uns gewohnt, unsere kleinen Alltagsabfälle schnell und unauffällig in Abfallkübeln verschwinden zu lassen. Von dort gelangen sie einmal wöchentlich in grossen Kübelwagen zur Kehrrichtverbrennungsanlage und somit ist die Sache für uns erledigt. Sogar mit der Entsorgung grösserer Gegenständen, die sich nicht so einfach in Kehrrichtsäcke stecken lassen, müssen wir uns nicht gross herumschlagen. Denn regelmässig finden bei uns Sperrgutsammlungen statt. So entsorgen wir bequem alles, was wir nicht wir gebrauchen. Sobald es aus unseren Augen ist, müssen wir uns nicht mehr darum kümmern. Bequem. Dadurch machen wir uns viel zu wenig Gedanken über unsere Abfallproduktion.
Das Thema Abfall hat mich aber, als ich Nepal war, wieder einmal mehr beschäftigt. Ich hatte zu Beginn sehr Mühe mit all dem herumliegenden täglich produzierten Abfall. Ich habe mich mehrmals suchend nach Abfallkübeln umgedreht und musste mir immer wieder in Erinnerung rufen, dass man hier einfach alles auf den Boden schmeisst. Dort auf dem Boden werden Karton, Plastik, Grünabfälle, ganz egal, von den heiligen Kühen gefressen. Frühmorgens kehren die Leute den Müll zu Haufen zusammen und zünden diese an.
Zwar nimmt der Westen mit seinen "abfallintensiven" Verpackungen immer mehr Einzug in Entwicklungsländern, jedoch ist eine umweltgerchte Entsorgung des Abfalls überhauptnicht gewährleistet.
Natürlich ist dies nur der oder ein kleiner sichtbarer Teil des Problems Abfall. Aber die Geschichte hat mich sehr zum Nachdenken angeregt und mir aufgezeigt, wie allein gelassen die Menschen mit neuen Erungenschaften werden. Egal wo auf der Welt und um was es sich handelt, zuerst kommt man nur mit den positiven Eigenschaften des Neuen in Kontakt. Zum Beispiel auch bei uns mit den neuen Technologien. Irgendwann später aber stellt sich die Frage nach der Entsorgung. Wie werden wir das Zeug nun wieder los?
Mittwoch, 18. April 2007
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2 Kommentare:
Deine Gedanken zum Thema Abfall haben mich beschäftigt. Es ist tatsächlich so, dass wir in der Schweiz ein sehr ausgeprägtes, organisiertes und strukturiertes Abfallsystem haben. Gerade in anderen Ländern fällt uns dies auf. Grundsätzlich schätze ich die Sauberkeit hier sehr. Jedoch finde ich es überhaupt nicht bequem, den Abfall zu trennen. So muss ich Abfallmärklein kaufen (welche es nur in der Drogerie gibt), die Glasflaschen können nicht am gleichen Ort entsorgen wie die PET - Flaschen, eine Dosen - Entsorgungsstelle suche ich bis heute. Weil ich es eine sinnvolle Sache finde, mache ich es aber trotzdem.
Höre ich dann aber, dass in der Kehrichtverbrennungsanlage alles wieder gemeinsam verbrennt wird (da sonst die Brennofentemperatur zu niedrig ist), so frage ich mich schon, wieso ich Woche für Woche diese kleine Veloreise mache... viellicht übertreiben wir es hier mit dem Abfallentsorgen?
Liebe Änki. Das muss wirklich ein einschneidendes Erlebnis gewesen sein, das du in Nepal erlebt hast. Als ich dein Bericht gelesen habe, konnte ich mir gut vorstellen, wie unwohl du dich gefühlt hast, wenn du Abfälle einfach liegen lassen musstest, weil keine adäquate Entsorgung möglich war. Wir in der sicheren und heilen Schweiz, in der man bereits im Kindergarten ausführlich mit der Thematik der Abfallentsorgung konfrontiert werden, entwickeln ein natürliches Wiederstreben gegen solche Umweltsünden. Mit deinem Bericht ist mir wiedermal ins Bewusstsein gerufen worden, wie weit wir in diesem Bereich doch schon fortgeschritten sind. Auch wenn es noch viele andere Probleme gibt, dieses haben wir für einmal gut angepackt! Im letzten Kigapraktikum habe ich zum Teil sogar schmunzeln müssen, da die Kinder nun sogar darauf trainiert werden zu erkennen, dass Zitrusfürchte offenbar nicht in den Kompost sollen, da sie so langsam verrotten. Oder war da ein anderer Grund?!? Weiss es nicht mehr genau. Muss mal nachschauen...
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