"Dies war ja wohl wieder einer dieser Hammertage an der PHR!", sagte ich zu meiner Kollegin bevor ich ins Postauto stieg. Mein Schädel brummte und ich liess mich müde auf einen Sitz fallen. Aus der Entfernung hörte ich Kinderstimmen und stellte fest, dass eine Schulklasse im Anmarsch war - mein Brummschädel hat sich unterdessen in ein pochendes Kopfweh verwandelt. Zu meinem Erstaunen hörte ich den Buschauffeur zu der Lehrperson sagen: "Ihr Extrapostauto folgt in wenigen Minuten!" Ich atmete erleichtert auf. Doch unmittelbar darauf blickte ich auf die Kinderschar. Wie schön es auch war mit wenig Ach und Krach nachhause zu fahren. So schien mir die Lösung eines Ersatzbuses für 15 Schulkinder eine Extrafahrt durchzuführen doch sehr übertrieben...
Dieses Beispiel verdeutlicht einmal mehr, wie sehr ich – wir auf der Waage stehen zwischen einer autonomen Lebensführung und einem ökologischen Bewusstsein.
Wie schwer fällt es uns wirklich einmal über unseren Schatten zu springen um für eine umweltbewusstere Umwelt etwas tiefer in die Taschen zu greifen?
Bei der Suche nach der Antwort auf diese Frage und dem wirklichen Sinn im Leben, ist mir Maslow’s Bedürfnispyramide in den Sinn gekommen.
Bedürfnispyramide nach Maslow
1. Körperliche Bedürfnisse
2. Sicherheit
3. Soziale Beziehungen
4. Soziale Anerkennung
5. Selbstverwirklichung
Seine Abstimmung auf das Wesentliche finde ich wirklich zutreffend. Weiter könnte ich auch Morris Worte beipflichten, dass Hilfsbereitschaft und geteilte Freude eines Mitmenschen einen wesentlichen Teil im psychologischen Prozess eines Menschen ausmachen. Wie klein sind da Gesten, welche unserer Welt verhelfen länger am Leben zu bleiben?
Ich für meinen Anteil, werde mich bei meiner nächsten Postautofahrt nur noch über meine Kopfschmerzen und nicht über die lieben Kinder aufregen :-)
Montag, 30. April 2007
Achtsame Wahrnehmung und der eigentliche Lebenswert
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3 Kommentare:
Dein Beispiel mit der Schulklasse und den Link den du dadurch zur Pyramide von Maslow gemacht hast, spricht mir aus dem Herzen. Ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass wir zuerst nur an uns selber denken. Da ist es egal wo wir leben.
Zuerst kommen gemäss Maslow die körperlichen Bedürfnisse. Diese sind in der Schweiz eigentlich für die meisten Einwohner kein Problem. Daher sollten wir eigentlich über den Tellerrand unserer kleinen Welt hinaussehen können und uns auch um die globalen Probleme kümmern können. Aber wir machen es nicht. Wir denken nur an uns. Erst wenn wir selber durch Umwelteinflüsse gefährdet sind, werden uns die Augen aufgehen. Dann wird es aber schon zu spät sein.
Roland Christandl LG C04
Hey Maria! Ich kenne echt niemanden, der eine solch blumige Sprache hat wie du! Das ist im Fall ein Kompliment!
Aber nun zu deinem Blog:
Wie dir ist es mir shcon oft gegangen, dass genau dann, wenn man doch einfach friedlich im Zug vor sich hin träumen wollte, eine Schulklasse eingestiegen ist oder jemand, mit dem man sich unterhalten sollte..aber später ist man dann doch immer fröhlicher, weil man miterleben konnte, wie sich andere freuen, wie sie leben. Du hast recht, ich möchte auch umbedingt von der Ich-Perspektive wegkommen und die Welt mehr aus der Sicht meiner Mitmenschen wahrnehmen...dieses Ziel wird für mich nicht so schnell zu erreichen sein, aber man muss ja Ziele haben im Leben.
Dein Postautobeispiel ist leider nur eines von vielen. Mir fällt vor allem auf, dass immer mehr Kinder auf diese Weise verwöhnt werden. Unsere Nachbarin fährt ihre Kinder überall hin, egal ob es sich um Distanzen von 10 km oder nur 100 m handelt. Steigen sie aus dem Auto, laufen sie schnurstracks zum Lift.
Die menschlichen Bedürfnisse sind in der Schweiz eigentlich für niemanden ein Problem. Es geht uns im Allgemeinen einfach zu gut und wir sind auch verwöhnt. Wir kennen weder Hunger, Naturkatastrophen noch Krieg. Es wird Zeit, einmal über die Landesgrenze hinauszuschauen.
D.Koller LG C04
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